Kanzler der Einheit: Helmut Kohl ist tot!

Papst Franziskus

Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) hat die politische Lebensleistung und die Heimatverbundenheit des gestorbenen Altkanzlers Helmut Kohl gewürdigt. Sie sei persönlich dankbar dafür, dass es ihn gegeben habe, betonte sie.

"Deutschland verliert einen großen Staatsmann". Großen Respekt zollte auch andere Politiker.

DEUTSCHLAND ⋅ Helmut Kohl war der erste amtierende deutsche Kanzler, der die Schweiz besuchte: Im April 1989 weilte er zu einem zweitägigen offiziellen Besuch im Land und wurde von Bundespräsident Jean-Pascal Delamuraz empfangen. Kohl sei "ein Glücksfall für uns Deutsche" gewesen.

Die SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier sagte, Kohl habe "die Chancen, die sich durch den Fall der Mauer boten, beherzt ergriffen". Die Deutschen hätten ihm viel zu verdanken. Kurz vor der Ansprache hat sie mit Kohls Witwe Maike telefoniert. Anfangs war sie als "Kohls Mädchen" belächelt worden. Das Verhältnis zu seinen beiden Söhnen war in den letzten Jahren zerrüttet. Diekmann gilt als enger Freund der Familie. Kohl habe die deutsche Einheit zu seinem Anliegen gemacht, "wenn auch die wirtschaftlichen Weichenstellungen zu großen sozialen Verwerfungen in Ostdeutschland führten", erklärten die Spitzen von Partei und Fraktion.

"Mit Helmut Kohl ist heute ein großer Politiker von uns gegangen", sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner.

"Mit großer Trauer habe ich vom Tod des früheren Kanzlers Helmut Kohl erfahren". Der Ex-Bundeskanzler starb im Alter von 87 Jahren in Ludwigshafen.

Berlin. Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot.

Kohl wurde als Kanzler der Einheit verehrt, polarisierte aber auch.

Auf die Frage, ob es sie auch etwas Positives aus der Zeit hervorheben könnte, antwortete sie wie folgt: "Na, er hat zum Beispiel blühende Landschaften im Osten versprochen, und ich würde sagen, wir haben überhaupt keine blühenden Landschaften, sondern noch ziemlich viele Ungerechtigkeiten".

Die CDU-Landtagsfraktion und CDU Hessen nannten Kohl in einer Mitteilung "eine der maßgeblichen historischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts". "Helmut Kohl ist ein großer Europäer gewesen". Sein Tod ist ein großer Verlust. Der Luxemburger Jean-Claude Juncker, Kommissionspräsident der Europäischen Union, verfügte, dass die Flaggen der 27 Mitgliedsstaaten der Union in Brüssel auf halbmast wehen. "Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro verbreitete. Kohl starb demnach am Freitagmorgen in seinem Haus in Ludwigshafen.

Aber auch, weil Kohl sich Merkels Kritiker ins Haus nach Oggersheim holte. Er würdigte Kohl als Staatsmann, "der Deutschland mit entschlossener und ruhiger Hand vereinigte".

Amtsinhaber Donald Trump äußerte sich während einer Rede in Miami nicht zu Kohl. "Er hielt am Traum des vereinten Deutschlands fest, als andere schwankten".

"Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist", sagte Walter Kohl vor Journalisten. Als in Osteuropa in den 80er-Jahren ein neuer Geist zu wehen begann, als von Polen aus die Freiheit errungen wurde, als mutige Menschen in Leipzig, Ostberlin und anderswo in der DDR eine friedliche Revolution machten: Da war Helmut Kohl der richtige Mann zur richtigen Zeit. "Das ist richtig und gerecht", erklärte der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow. Auch nach seiner Zeit in der aktiven Politik engagierte sich Kohl für religiöse Anliegen: Er setzte sich für die Berliner Guardini-Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung ein, engagierte sich für den Neubau der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg und gründete die "Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer". Diese Ereignisse seien auch riskant gewesen, schrieb der 86-Jährige auf seiner Webseite.

Der russische Präsident Wladimir Putin schickte ein Beileidstelegramm an Bundespräsident Steinmeier und Kanzlerin Merkel. "Ich habe seine Weisheit bewundert und seine Fähigkeit, fundierte, zukunftsweisende Entscheidungen auch in schwierigsten Situationen zu treffen". "Die Einigung unseres Landes und unseres Kontinents wird auf alle Zeit auch mit seinem Namen verbunden bleiben", sagte Schröder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag).

Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete Kohl als einen Glücksfall für die Deutschen.

Der CDU-Landesvorsitzende und Innenminister Thomas Strobl hob die politische Weitsicht Kohls hervor: "Helmut Kohl hat erkannt, dass die Wiedervereinigung mehr ist als die Summe zweier Teile, dass der Euro mehr ist als eine gemeinsame Währung". Von 1973 bis 1998 war er zudem Bundesvorsitzender seiner Partei, danach bis 2000 deren Ehrenvorsitzender.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Juni 2017 um 19:00 Uhr.

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