Tui und Etihad - kein gemeinsamer Ferienflieger

Das Unternehmen schreibt mit einer Ausnahme seit 2008 rote Zahlen

"Im Dezember 2016 kündigte Air Berlin an, dass sie mit der Etihad Investment Company LLC eine Übereinkunft getroffen hat, sämtliche von ihr indirekt an der Niki Luftfahrt GmbH gehaltenen Anteile zu veräußern". Eine solche Prüfung aber kann Wochen oder sogar Monate dauern, Zeit, in denen Air Berlin weiter Geld verliert. Erst in einem zweiten Schritt würde dann ein offizieller Bürgschaftsantrag gestellt werden.

Das Land Berlin werde die Bürgschaftsanfrage gemeinsam mit dem Bund prüfen, teilte die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) mit. Die Zusammenarbeit mit Tui hätte diese Gesamtlage deutlich zum besseren geändert. Dazu wollte Etihad die österreichische Fluggesellschaft Niki von Airberlin loslösen und mit der Tui-Tochter Tuifly verschmelzen. Beobachter vermuten, dass die Änderungen im Management von Etihad das Projekt ausgebremst haben. Nach dem Scheitern des Pakts von Niki mit TUIfly bleibt Air Berlin nicht viel anderes übrig. Sie sucht nun Hilfe bei den Regierungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Sie war einer der drei zentralen Punkte in der laufenden Neuaufstellung. Zu allem Überfluss ist die geplante Ferienflieger-Fusion mit Tuifly am Donnerstag geplatzt. Als Begründung für die Trennung nannte die Airline eine stark schwankende Nachfrage. Am Morgen war bekannt geworden, dass der arabische Air-Berlin-Großaktionär Etihad die Gespräche mit dem Tourismuskonzern Tui über den Aufbau einer gemeinsamen Ferienfluggesellschaft aus der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki und der TuiFly abgebrochen hat. Der Deal sollte Air Berlin überschüssige Flugzeuge vom Hals schaffen. Diese Vereinbarung sollte beendet werden. Air Berlin übernahm dann diverse Fluggesellschaften, etwa LTU oder DBA, was an die gescheiterte Hunter-Strategie der Swissair erinnert. Soweit der Plan. Nur ist er jetzt geplatzt. Air Berlin erklärte, es handele sich nur um eine Änderung der Gesellschafterstruktur. Details würden zu gegebener Zeit genannt. Die hoch verschuldete Airline schlingert finanziell an der Nulllinie.

ZDF-Börsen-Expertin Valerie Haller sagte, auf den Flugbetrieb solle das Ganze keine Auswirkungen haben - so zumindest der aktuelle Stand.

Ein weiteres separates Geschäftsfeld der Air Berlin werden Langstreckenverbindungen und Städteflüge in Deutschland und Europa. Allerdings unter Bedingungen, die Lufthansa-Chef Carsten Spohr formulierte: Übernahme der Schulden durch Etihad, Senkung der Betriebskosten von Air Berlin sowie Zustimmung der Behörden. Die Frage ist nur, ob Winkelmann schnell genug ist. Für die Air-Berlin-Kunden dürfe es keine weiteren bösen Überraschungen geben: "Die Bundesregierung muss eine nationale oder europäische Lösung dafür finden, dass im Voraus gezahlte Kundengelder im Falle von Flugbuchungen vor Insolvenz geschützt sind".

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