Volkswagen und EU einigen sich im Abgasstreit

APA  AFP  RONNY HARTMANN

Die "Vertrauensbildende Maßnahme" sei ein weiteres Signal in diese Richtung. Es gebe nun eine "De-Facto-Extragarantie" auf Bauteile, die von der Reparatur betroffen seien. Es gelte weiterhin die Zusage, "dass eventuelle Beanstandungen, die im Zusammenhang mit der technischen Maßnahme an Fahrzeugen mit Dieselmotoren des Typs EA189 stehen und bestimmte Teile des Motor- und Abgasreinigungssystems betreffen, untersucht und kunden-individuelle Lösungen von Volkswagen gemeinsam mit dem Handel umgesetzt werden". Der Autobauer habe das seinen Händlern schon mitgeteilt.

Volkswagen sprach in einer Stellungnahme hingegen nicht von einer rechtlich verbindlichen Garantie, sondern lediglich von einer "vertrauensbildenden Maßnahme".

Doch noch deutlich ärgerlicher als die rechtlich unverbindliche Schein-Garantie ist für die europäischen VW-Kunden, dass sie nun wohl endgültig keine finanzielle Entschädigung bekommen werden. "Die damit verbundenen zusätzlichen Regelungen sind für unsere Kunden in Europa und weiteren Märkten auch ein Zeichen dafür, dass mit dem Update keine negativen Auswirkungen auf die Dauerhaltbarkeit des Fahrzeugs verbunden sind". Im Grunde bedeutet dies, dass im Fall eines Problems, das auf die Nachrüstung zurückzuführen ist, keine Kosten auf den Kunden zukommen können.

Im Dieselskandal können Volkswagen-Kunden in Europa nicht mit einer Entschädigung durch den Autokonzern rechnen. Ziel der Behörde war es, eine Art Extrazahlung oder eine freiwillige Entschädigung zu erreichen. Dazu hatte es mehrere Treffen zwischen EU-Kommissaren und VW-Chef Müller gegeben. In den USA hatte sich der Wolfsburger Konzern in einem Vergleich bereit erklärt, bis zu zehn Milliarden Dollar an die dort betroffenen Verbraucher zu zahlen. Denn während in den USA rund 500.000 Fahrzeuge betroffen waren, sind es in Europa 8,5 Millionen. "Natürlich ist das noch immer nicht vergleichbar mit der Situation in den USA", sagte Jourová der WELT. Trotzdem sei man einem fairen Umgang mit den EU-Konsumenten näher als im September, als der Dialog mit VW aufgenommen worden war.

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