Parlamentswahl in Frankreich: Geringe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Präsident Emmanuel Macron lässt sich auf einer Technologiemesse in Paris für ein Selfie mit Anhängern ablichten

Bei der Parlamentswahl in Frankreich zeichnet sich eine historisch niedrige Wahlbeteiligung ab. Im zweiten Wahlgang gaben bis Sonntagmittag rund 17,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab, wie das Innenministerium bekannt gab. Die Beteiligung war damit noch schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als bis zum Mittag 19,2 Prozent abgestimmt hatten. Die Partei von Präsident Macron könnte Umfragen zufolge eine deutliche Mehrheit erzielen.

Damit hätte Macron ausreichend Rückhalt für sein Reformprogramm - noch in diesem Monat will die Regierung eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts auf den Weg bringen.

Meinungsforscher sehen sie über den Tag gerechnet bei 42 bis 43 Prozent.

Die letzten Hochrechnungen gehen von 46,3 Prozent Wahlbeteiligung aus - ein Negativrekord.

Es gilt als sicher, dass Macrons Partei La République en Marche und ihre Verbündeten eine absolute Mehrheit der Abgeordnetensitze bekommen. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen. Die Wahllokale öffnen um 8.00 Uhr und sind bis 18.00 Uhr geöffnet, in grossen Städten zwei Stunden länger.

Bei der Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich. Bereits in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte sich ein haushoher Sieg abgezeichnet. Dazu sind 15 Abgeordnete nötig. Die Front National der Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.

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