Confed Cup: DFB-Elf siegt zum Auftakt

Den Härtetest gegen den Südamerikameister Chile haben die Probanden von Joachim Löw nur bedingt bestanden. Chile geriet nicht ernsthaft in Gefahr, aber das Topteam schaffte es selbst auch nicht mehr, die deutsche Defensive in größere Schwierigkeiten zu bringen. Löw erwägt wieder Wechsel: "Möglicherweise tut dem ein oder anderen nach zwei Spielen innerhalb weniger Tage eine Pause gut - und die ein oder andere frische Kraft unserem Spiel dann auch". In der ersten Halbzeit haben wir sehr, sehr gut gespielt, sehr gut Möglichkeiten rausgespielt, haben viel in Laufwege investiert.

Im zweiten Spiel bei diesem Confed Cup muss die junge deutsche Fußball-Nationalelf zeigen, was sie drauf hat.

Nicht nur mit seinem zweiten Turniertreffer verdiente sich Stindl ein Extralob des Bundestrainers. Man spielte mit einer asymmetrischen Dreierkette bestehen aus Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger und Shkodran Mustafi. Nach dem frühen Tor entwickelte sich zunächst ein dominanter Auftritt des unerfahrenen Teams von Löw, das das Spiel lange diktierte. "Wenn man 100 Siege feiert, finde ich das schon gut, besser als 100 Niederlagen".

"Ich bin sehr zufrieden mit meinen Jungs, das war ein Spiel auf höchstem Niveau mit wahnsinnigem Anspruch".

Julian Draxler: Spielte sehr weit innen als verkappter Zehner. Es ist bemerkenswert, dass die Mannschaft die zwei, drei Schwerpunkte, die wir gesetzt haben, so gut umsetzen kann. "Die Mannschaft hat große Widerstandskraft bewiesen", lobte Löw nach dem Punktgewinn. "Wir wussten, dass die Chilenen mit viel Power und Druck kommen".

Julian Draxler ist erst 23 Jahre alt und der Kapitän dieser jungen Mannschaft. Leider haben wir dann das dumme Gegentor bekommen, aber danach waren wir auf Augenhöhe. Er zog aus vergleichbarer Lage ab, doch Maty Ryan, der Torwart der Australier, hielt bravourös. Das klingt machbar. Allerdings war gegen Chile laut Stindl "das eine oder andere Quäntchen Glück" notwendig, beispielsweise beim krachenden Lattenschuss des früheren Hoffenheimers Eduardo Vargas (20.). Mustafi und Leno sahen beide beim Gegentreffer, der durch einen Fehlpass von Draxler eingeleitet wurde, nicht gut aus. Und da sind die starken Chilenen um Bayern-Star Arturo Vidal den Deutschen um einen Treffer voraus. Wieder war es Stindl, der die erste torgefährliche Aktion der Löw-Truppe abschloss. Einzig der zukünftige Münchner Niklas Süle behielt in der Abwehr den Überblick und stemmte sich gegen die Angriffswucht der Chilenen. Der Schalker hatte wenige Minuten später sogar die Chance, einen drauf zu legen, doch sein präziser Schuss aus 20 Metern streifte knapp über die Latte. Die deutsche Mannschaft war beeindruckt. Auch das dritte Aufeinandertreffen endete mit einem Sieg - und bei etwas besserer Chancenverwertung wäre es ein Leichtes gewesen, auch diesmal wieder vier Tore zu erzielen.

In einer chancenarmen ersten Spielhälfte ging der Afrika-Meister sehenswert in Führung.

Aus einer 3-5-2-Formation heraus gab es gute Kombinationen und gute Chancen, etwa zweimal durch Sandro Wagner (16./23.). Es war zugleich die Belohnung für den Gladbacher, der mit klugen Laufwegen zu gefallen wusste.

Die seit dem letzten EM-Final ungeschlagene deutsche Equipe tritt in Russland zwar mit dem Status des WM-Titelträgers an, mit der goldenen Mannschaft von Rio 2014 ist die aktuelle DFB-Auswahl aber nur marginal zu vergleichen. Im zweiten Gruppenspiel in Kasan gab es allerdings ein 1:1 - und so ist vor den abschließenden Partien am Sonntag noch nichts entschieden.

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