Martin Schulz wirft Merkel "Anschlag auf Demokratie" vor

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Auf dem Parteitag in Dortmund will Kanzlerkandidat Schulz das Ruder noch mal herumreißen.

Martin Schulz sei von der plötzlichen Euphorie nach seiner Kür zum Kandidaten und den steil ansteigenden Umfragewerten irritiert gewesen, weil Vertrauen bekanntlich langsam wachse.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder machte den Genossen Mut.

Da geht's lang: SPD-Generalsekretär Hubertus Heil gibt Parteichef Martin Schulz die Richtung vor - nämlich nach oben. Er verwies auf eine Umfrage, nach der 60 Prozent die Wahl noch nicht für entschieden hielten. Zuletzt hatten sich die Werte aber wieder verschlechtert.

Neben inhaltlichen Fragen geht es der SPD in Dortmund vor allem darum, ihren Kanzlerkandidaten wieder in die Offensive zu bringen.

Der Kanzlerkandidat rief den anwesenden Parteimitgliedern zu, dass die SPD programmatisch gut aufgestellt sei.

CDU und CSU würden sich "durchwursteln" wollen, erklärte Schulz und rief: "Da haben wir ein anders Programm!" Deren Strategie, sich "durchzuwursteln" und auf eine sinkende Wahlbeteiligung zu setzen, nennt er einen "Anschlag auf die Demokratie".

Zudem warf er dem derzeitigen Koalitionspartner "Arroganz der Macht" vor.

Als Zeichen der Abgrenzung von der Union machte Schulz die Ehe für alle - auch für Homosexuelle - zur Bedingung für eine Regierungskoalition. "Denn wir können nur das verteilen, was vorher geschaffen worden ist", sagte Schröder, der als Bundeskanzler mit den Grünen koalierte und bekanntlich kein Freund einer rot-rot-grünen Koalition mit Linken und Grünen ist. Sie wollen das Wahlprogramm unter dem Titel "Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit: Zukunft sichern, Europa stärken" beschließen. Die Bundestagswahl am 24. September bezeichnete Schulz als Richtungsentscheidung. "Sie darf keine Dauereinrichtung in diesem Land werden", sagte Oppermann.

Schulz spricht die entscheidenden Stellen des Programms an - doch den meisten Applaus bekommt er, wenn er die politischen Gegner attackiert, etwa den türkischen Präsidenten Erdogan. Die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel am US-Präsident Trump bezeichnete er in seiner Parteitagsrede in Dortmund als zu unkonkret.

Martin Schulz wird in wenigen Minuten am Rednerpult sein Jackett ablegen - vermutlich, weil er sich heiß geredet hat.

An ein Wunder wie im Sommer 2005, als die SPD in den Umfragen vor der Bundestagswahl hoffnungslos hinter der Union lag und dann, dank der Verve eines plötzlich wie befreit aufspielenden Schröders, binnen Wochen so rasant zulegte, dass sie am Wahlabend um ein Haar noch gesiegt hätte. Und genau daran erinnert Schröder nun noch einmal: Die Union habe zwischenzeitlich bei 49 Prozent gelegen, die SPD bei 26 - doch am Ende sei es lediglich noch ein Prozentpunkt Vorsprung für die Union gewesen.

Schröder gestand: "Ich habe das neue SPD-Parteiprogramm nicht in seiner vollen Länge gelesen".

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