Türkische Behörden verhindern Gay-Pride-Marsch in Istanbul

LGBTI-Aktivistin vor dem Istanbuler Justizpalast

Die Stadtverwaltung von Istanbul hat erneut den jährlichen Protestmarsch der LGBTI-Bewegung verboten. Auf dem zentralen Platz im europäischen Teil der türkischen Metropole war es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Nach dem Verbot der Demonstration hielten Sicherheitskräfte die Aktivisten am Sonntag davon ab, sich auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal zu versammeln. Nach Angaben der Organisatoren feuerte die Polizei auch mit Gummigeschossen auf Demonstranten.

Mehrere Personen, die dennoch Slogans skandierten, wurden festgenommen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Unzählige Aktivisten versammelten sich dennoch.

Schon in den vergangenen zwei Jahren war die "Marsch des Stolzes" genannte Parade verboten worden. Damit war die Istanbuler Gay Pride die einzige Demonstration von Homosexuellen in einem mehrheitlich muslimischen Land in dieser Weltregion.

Die Verhinderung des Gay-Pride-Marsches stieß in Deutschland auf scharfe Kritik.

Die Polizei griff entsprechend rigoros durch: Mit Straßensperren wurden "verdächtige" Passanten aufgehalten, die beispielsweise Kleidung in Regenbogenfarben trugen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte sich sich "tief beunruhigt" über das Verbot gezeigt und die Türkei aufgerufen, das Verbot aufzuheben. Er forderte die Bundesregierung zum Handeln auf. Statt Gay Pride zu verbieten solle der Staat die Parade schützen. Damals verwies der Gouverneur der Stadt auf den für Muslime heiligen Monat Ramadan.

In diesem Jahr fiel der Termin der Parade mit einem Feiertag zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan zusammen. In der Türkei herrscht seit dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Juli der Ausnahmezustand.

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