Kardinal Müller kontert Kritik von Missbrauchsbeauftragtem Rörig

Kardinal Gerhard Ludwig Müller Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Mainzer Dom

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, hat dem früheren Regensburger Bischof Müller vorgeworfen, die Missbrauchsfälle bei den Domspatzen nicht umfassend geklärt zu haben.

Der Missbrauchsbeauftragte Rörig hatte den heutigen Kurienkardinal kritisiert: Müller habe stets von Einzelfällen gesprochen, aber die strukturellen Versäumnisse nicht untersucht.

Weber hatte am Dienstag berichtet, dass bei den Domspatzen jahrzehntelang Schüler geschlagen und sexuell missbraucht wurden. Webers Bericht befasst sich auch kritisch mit der Aufarbeitung der Vorfälle durch das Bistum Regensburg. Müller wehrte sich gegen den Vorwurf, dass er bei der Glaubenskongregation die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen behindert habe. Gleichzeitig trage er jedoch die Verantwortung für "strategische, organisatorische und kommunikative Schwächen" in diesem Prozess. Weber hatte bemängelt, dieser habe zu lange an einer Einzelfalluntersuchung festgehalten statt das System der Gewalt bei den Domspatzen als Ganzes in den Blick zu nehmen. Der damalige Regensburger Bischof Müller hatte bei Bekanntwerden der Gewalttaten 2010 eine Aufarbeitung in die Wege geleitet. "Das geschah nach den Möglichkeiten und dem Kenntnisstand, den wir damals hatten". "Das entspricht nicht der Wahrheit".

Bereits am Mittwoch sagte Müller der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) dazu, dass vonseiten der Diözesanleitung alles getan worden sei, "was nach dem jeweiligen Erkenntnisstand erforderlich war". Auch könne der Bischof nicht in eigener Person die operative und kommunikative Seite des Gesamtprozesses verantworten, die in die Zuständigkeit der dazu Beauftragen falle.

Link zum Interview in der „Passauer Neuen Presse“: “Domspatzen-Skandal: Müller sieht keine Basis für Anschuldigungen“. "Als Kirchenmann ist das Leid der Opfer, ihrer Familien und Gemeinden auch mein Leid", so Müller. Er selbst habe auch Ohrfeigen und Stockschläge in seiner Schulzeit bekommen, auch in einer nicht kirchlichen Schule.

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