Volkswagen war rechte Hand der Militärdiktatur in Brasilien

Das Volkswagen Symbol und die brasilianische Flagge in einem Werk in Sao Paulo

Das haben Recherchen von NDR, SWR und Süddeutscher Zeitung ergeben.

Deutsche Medien haben nach eigenen Angaben Belege dafür gefunden, dass Volkswagen sich in der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur aktiv an politischer Verfolgung und Unterdrückung beteiligt hat. Demnach hat die Sicherheitsabteilung von Volkswagen do Brasil in den 1960er bis 1980er Jahren VW-Mitarbeiter nach ihrer politischen Gesinnung ausgespäht. Diese Informationen landeten, beispielsweise in Form von schwarzen Listen, bei der Politischen Polizei der Militärmachthaber. Eine Unterabteilung des Werkschutzes auf dem VW-Gelände in Sao Bernardo do Campo sei mehr und mehr zu einem Geheimdienst mutiert, dessen Ziel es gewesen sei, die eigene Belegschaft auszuspionieren, heißt es bei der SZ. VW-Mitarbeiter seien von ihr auf dem Firmengelände festgenommen worden.

Die Konzernzentrale in Wolfsburg will sich bislang nicht inhaltlich zu den Vorwürfen äußern und verweist auf ein Gutachten, das bei dem Historiker Christopher Kopper von der Uni Bielefeld in Auftrag gegeben wurde. Seine Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Auch für Festnahmen auf dem Werksgelände sieht Kopper die Firma in der Verantwortung: "Ja, sie hat die Verhaftungen zugelassen". Er soll "Licht in die dunklen Jahre der Militärdiktatur bringen sowie das Verhalten der damals Verantwortlichen in Brasilien und gegebenenfalls auch Deutschland aufklären lassen", teilte VW damals mit.

Bereits im Herbst 2015 war in Brasilien wegen möglicher Kollaboration mit der Militärdiktatur gegen VW Anzeige erstattet worden. Unter anderem sei zugelassen worden, dass mehrere Arbeiter einer Fabrik festgenommen und gefoltert wurden.

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