Google Gewinn geht wegen EU-Strafe zurück

Google Gewinn geht wegen EU-Strafe zurück

Die EU-Kommission hatte Google im Juni wegen angeblich regelwidriger Ausnutzung seiner Marktmacht bei Produkt-Anzeigen in Suchergebnissen mit einer Wettbewerbsstrafe von 2,4 Milliarden Euro belegt.

Im abgelaufenen Quartal ist der Netto-Gewinn regelrecht eingebrochen, gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Der Nettoumsatz stieg um 21 Prozent auf gut 26 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Börsianern und Analysten. Ohne die Rekord-Kartellstrafe der EU hätte Alphabet unter dem Strich 6,3 Milliarden Dollar verdient.

Allerdings gab es in dem Zahlenwerk auch unabhängig von diesem Sonderfaktor ein paar Details, die an der Börse nicht gut ankamen. Dabei half auch, dass Alphabet sich stark auf YouTube fokussiert. Dem US-Unternehmen gelang es laut Experten zuletzt immer mehr, großen Fernsehsendern Werbekunden abspenstig zu machen.

Alphabets Gewinn ist um 27,7 Prozent zurückgegangen.

Die Werbeerlöse des Konzerns, der auch das weit verbreitete Smartphone-Betriebssystem Android und eigene Handys anbietet, machen weiterhin den Löwenanteil des Geschäfts aus.

Die bezahlten Klicks auf Werbeanzeigen stiegen zwar um 52 Prozent, die Erlöse pro Klick sanken jedoch um 23 Prozent. Bereits im Vorquartal hatte es hier einen Rückgang um 19 Prozent gegeben.

Der US-Internetriese Alphabet wächst im Werbegeschäft mit seiner Tochter Google weiterhin prächtig.

Ausserdem fiel der am Markt besonders kritisch verfolgte bereinigte Umsatz, bei dem Abgaben an Partner-Websites abgezogen werden, mit 20.9 Milliarden Dollar deutlich bescheidener aus als die absoluten Erlöse. Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat zeigte sich dennoch zufrieden und hob das starke Wachstum bei mobiler Werbung hervor.

Insgesamt baute Alphabet seinen Umsatz in den vergangenen drei Monaten um 21 Prozent auf 26,0 Milliarden Dollar aus, Analysten hatten im Schnitt mit 25,7 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Marktforscher eMarketer rechnet damit, dass Google in diesem Jahr weltweit etwa 74 Milliarden Dollar mit Werbung einnehmen wird.

Während die Erlöse um 34 Prozent auf 248 Millionen Dollar gesteigert wurden, reduzierten sich die Nettoverluste um 10 Prozent von 855 auf 772 Millionen Dollar. Experten hatten in der "andere Wetten" genannten Sparte, die teilweise sehr kostspielige Zukunftsinitiativen bündelt, mit einem deutlich höheren Minus gerechnet. Doch die EU-Kommission sprach eine Kartellstrafe von 2,4 Milliarden Euro aus. Google stellt hier Unternehmen, die ihre Informationstechnik ins Internet verlagern wollen, Computerkapazitäten zur Verfügung.

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