Freibergs OB mit gemischten Gefühlen bei Solarworld-Rettung

Bei Solarworld in Freiberg findet am Mittwoch eine Betriebsversammlung statt

Eine Investorengruppe habe ihre Absicht bekundet, die Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen an den Produktionsstandorten in Freiberg und im thüringischen Arnstadt zu kaufen, teilte Piepenburg mit. Er schätze die Chancen auf eine Einigung mit dem Interessenten höher ein als ein Scheitern, sagte Insolvenzverwalter Piepenburg am Mittwoch. Rund 450 Beschäftigte könnten übernommen werden. Für die anderen 1200 Beschäftigen wird an beiden Standorten über den Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft verhandelt. "Mit dieser Lösung würden wir die Möglichkeiten in einem vorläufigen Insolvenzverfahren weitgehend ausschöpfen, um den Interessen der beteiligten Gläubiger gerecht zu werden und eine dann doch signifikante Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten", sagte er. Stand heute soll die Investorengruppe den Geschäftsbetrieb zumindest bis Mitte August finanzieren. Bis auf wenige Personen, die die Abwicklung übernehmen werden, werde das Personal der Holdinggesellschaft zum 1. August mit der erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens unwiderruflich freigestellt.

Die Solarworld AG hatte am 11. Mai Insolvenz angemeldet. Der Konzern wurde einst mit 4,6 Milliarden Euro an der Börse bewertet und beschäftigte in Glanzzeiten fast 4000 Mitarbeiter weltweit. Er wertete die kurzfristige Aussicht auf einen neuen Eigentümer als ein Hoffnungszeichen, dass der Freiberger Standort eine Zukunft hat.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger reagierte auf die jüngste Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Der Freistaat bleibt laut dem SPD-Politiker bei seiner Zusage, Solarworld mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu unterstützen. Man verhandele mit Investoren über einen Verkauf von Solarworld-Assets, heißt es am Mittwochvormittag. Der Verlust der Arbeitsplätze mache betroffen.

An diesem Donnerstag wird sich der Wirtschaftsausschuss des sächsischen Landtages auf einer von der Linken beantragten Sondersitzung mit dem Thema Solarworld befassen. "Denn die Befürchtungen der letzten Wochen, dass es zum kompletten Aus kommt, konnten abgewendet werden".

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