Kinderlosigkeit in Deutschland nicht weiter gestiegen

Arbeit und Familie lässt sich aktuell wieder besser vereinen. 44 Prozent der Mütter mit Kinder im Alter von einem Jahr gehen arbeiten

19 % der Akademikerinnen mit einem jüngsten Kind von einem Jahr waren im Jahr 2016 in Vollzeit tätig.

Über 30 Jahre hinweg hatte die Kinderlosigkeit in Deutschland kontinuierlich zugenommen und sich von elf Prozent bei den 1937 geborenen Frauen bis auf 21 Prozent beim Jahrgang 1967 nahezu verdoppelt. Dies ergibt sich aus Daten des Mikrozensus, den das Statistische Bundesamt vorgestellt hat.

Migrantinnen bekommen im Durchschnitt mehr Kinder, allerdings nur wenn sie einen niedrigen Bildungsstand haben. 2015 lag die durchschnittliche Geburtenziffer mit 1,5 Kindern pro Frau dann wieder so hoch wie zuletzt vor 35 Jahren. Seit einigen Jahren beobachten die Statistiker jedoch eine Stabilisierung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Pressekonferenz "Kinderlosigkeit, Geburten und Familien" am 26. Juli in Berlin weiter mitteilt, hat sich die Kinderlosigkeit bei den in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahrgängen nunmehr stabilisiert. Die Statistikbehörde sieht darin nicht nur eine Folge der Zuwanderung, sondern auch positive Effekte durch den Ausbau der Kinderbetreuung. Bei den Akademikerinnen sei die Kinderlosigkeit in den vergangenen Jahren sogar zurückgegangen, erklärte Thiel. Mit 25 Prozent war ihr Anteil damit aber um drei Prozentpunkte geringer als noch 2012 mit 28 Prozent.

Akademisch gebildete Frauen kehren demnach inzwischen schneller in den Beruf zurück und arbeiten häufiger Vollzeit als noch vor acht Jahren. 2008 waren es noch 36 Prozent gewesen.

Ein Indiz für die die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist aber auch die Zunahme bei der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern. So arbeiteten 2016 mit 58 % deutlich über die Hälfte der Akademikerinnen (wieder), wenn das jüngste Kind ein Jahr alt war (2008: 54 %). Acht Jahre zuvor waren dies nur 16 Prozent. Ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht mit einem Anteil von 58 % bereits mehr als die Hälfte der Mütter (wieder) einer Erwerbsarbeit nach (2008: 46 %). Bei den zwischen 1965 und 1974 geborenen Frauen ohne höheren Bildungsabschluss stieg die Quote der Kinderlosen zuletzt auf 22 Prozent.

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