Trauer um Hochspringerin Gretel Bergmann

Gretel Bergmann Leichtathletin stirbt im Alter von 103 Jahren

So wie im Sommer 1996, als plötzlich alles wieder hervorbrach, während sie sich zu Hause in Queens die Ausscheidungswettkämpfe der US-Leichtathleten für die Olympischen Spiele in Atlanta im Fernsehen anschaute.

Sie flüchtete aus Deutschland und emigrierte in die USA. Dies bestätigte ihre Nichte Doris Bergmann gegenüber der New York Times. Nun ist sie im Alter von 103 Jahren in New York gestorben.

Der Brief, der Margaret Bergmanns Leben veränderte, endete mit "Heil Hitler!" "Gretel Bergmann", und wörtlich stand in dem Schreiben an die Hochspringerin: "Der Herr Reichssportführer, der die Mannschaft für die Olympischen Spiele auswählte, hat es nicht vermocht, Sie einzureihen". "Sie werden aufgrund der gezeigten Leistungen selbst nicht mit einer Aufstellung gerechnet haben", schrieb er.

Das war eine Lüge. Tage zuvor hatte Bergmann den deutschen Rekord auf 1,60 Meter verbessert.

"Ich werde nie vergessen, was geschehen ist", erklärte Bergmann.

Dabei hatte sie Deutschland nach der Übernahme der NSDAP bereits verlassen. Nur weil die Amerikaner mit Olympia-Boykott drohten, wenn keine Juden dem deutschen Team angehören, wurde sie in die Kernmannschaft für Berlin beordert, dann aber ausgeschlossen. Bergmann sei am Dienstag eines natürlich Todes im Kreis ihrer Familie in ihrem Zuhause gestorben. Die Nazis benutzten sie als Köder. Den Wettkampf in Berlin gewann die Ungarin Ibolya Csák, eine Jüdin, mit übersprungenen 1,60 Meter, der selben Höhe, die auch Bergmann kurz zuvor geschafft hatte. Gretel Bergmann war immer überzeugt, sie hätte Gold gewonnen. Ihr Mann, der Arzt Bruno Lambert, schaffte es später aus Deutschland raus, aber seine Eltern starben im Holocaust. "Es gab keinen Schmerz", sagte Gary Lambert. In Laupheim ist das Stadion nach ihr benannt. Eine Schule in Hamburg und ein Weg im Olympiapark in Berlin tragen ihren Namen. Nach Deutschland kam sie erst 1999 wieder für ihren einzigen Besuch nach der Auswanderung, damals erhielt sie in Frankfurt den Georg-von-Opel-Preis als eine der "stillen Sieger". Sie sei aber froh darüber, sich dazu überwunden zu haben. "Wissen Sie, es ist nicht schön, mit all der Bitterkeit im Inneren zu leben".

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