US-Präsident Trump stellt Nordkorea "Feuer und Zorn" in Aussicht

Verbale Eskalation zwischen USA und Nordkorea Kim Jong Un ist nicht zu stoppen

Nordkorea reagierte auf Trumps Aussagen seinerseits mit einer weiteren verbalen Eskalation. In der Nacht auf Mittwoch (europäische Zeit) überschlugen sich die Ereignisse.

Indessen führten US-Präsident Donald Trump und der südkoreanische Führer Moon Jae-in ein Telefonat über die jüngsten Entwicklungen.

US-Präsident Trump hatte nur Stunden zuvor gewarnt, wenn Nordkorea seine Drohungen gegen die USA fortsetze, werde diesen "mit Feuer, Wut und Macht begegnet, wie es die Welt noch nicht gesehen hat". Nordkorea könnte bereits mit konventionellen Waffen einen verheerenden Gegenschlag gegen Südkorea führen. Das werde er nicht zulassen. Man dürfe auf Nordkoreas aggressive Rhetorik nicht im gleichen Tonfall antworten.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang prüfe sorgfältig eine Strategie für einen Angriff mit einer Mittel- oder Langstreckenrakete auf die Pazifikinsel Guam, einem US-Außengebiet mit einem Luftwaffenstützpunkt, hieß es in einer weiteren Erklärung eines Militärsprechers. Der Plan zum Angriff könne "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe, sagte ein Militärsprecher. Es zielte schon früher mit Drohungen auf die US-Luftwaffenbasis Andersen auf Guam, von der die USA häufig strategische Bomber des Typs B-1 zu Manövern in Richtung koreanische Halbinsel entsenden. "Wir sind nicht nur eine Militäreinrichtung". Konkret drohte das Regime, ein "alles umhüllendes Feuer" um die westpazifische Insel Guam zu legen. Die USA sehen darin wohl zu Recht eine neue Qualität der Bedrohung, die auch vernünftige Sicherheitspolitiker in Washington für sehr brisant halten. Zum Schutz der Insel seien dort "mehrere Verteidigungsebenen" installiert. Kritiker Trumps in den USA sorgen sich, dass der für seine Sprunghaftigkeit bekannte 71-jährige Immobilienunternehmer möglicherweise nicht das nötige Format für die Bewältigung der Krise hat. Der außenpolitisch profilierte US-Senator John McCain mahnte Trump zur Zurückhaltung. "Die großen Führer, die ich kenne, sprechen keine Drohungen aus, solange sie nicht bereit zum Handeln sind", sagte der Republikaner dem US-Radiosender KTAR. "Und ich bin nicht sicher, dass Präsident Trump bereit zum Handeln ist". Eine direkte Wertung von Trumps Äußerungen vermied sie. Er neigt zu Übertreibungen. In der US-Hauptstadt fand sich am Dienstag und Mittwoch kein einziger Politiker von Rang, der Trump unterstützte. Auf der Seite der oppositionellen Demokraten gab es weniger Verständnis für Trumps Art der Kommunikation. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kritisierte die "bombastische" Stellungnahme des Präsidenten, die in der derzeitigen Krise nicht hilfreich sei. Trump verkenne offensichtlich den Ernst der Lage und der jüngsten Warnungen aus Pjöngjang. Aber die gestörte Reaktion des Präsidenten deutet an, dass er in Erwägung zieht, als Antwort auf die böse Bemerkung eines nordkoreanischen Despoten amerikanische Atomwaffen einzusetzen. Trump habe mit seiner klaren Ansage verhindern wollen, dass sich Nordkorea falsche Vorstellungen mache.

Auch international wurde Kritik am US-Präsidenten laut. "Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen", sagte Gabriels Sprecher. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite.

US-Außenminister Rex Tillerson versuchte auf dem Rückflug von Malaysia, auf dem er einen Tankstopp auf Guam einlegte, die Gemüter zu beruhigen.

Verbale Eskalation zwischen USA und Nordkorea Kim Jong Un ist nicht zu stoppen
Die Bildkombo zeigt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump

Der Außenminister Chinas, dem engen Verbündeten von Nordkorea, Wang Yi sagte, er glaube nicht, dass der Norden den positiven Vorschlag des Südens zurückgewiesen hat.

Die Nationen im UN-Sicherheitsrat haben Nordkorea gerade mit Sanktionen belegt; die Weltgemeinschaft versucht, auf diplomatischem Wege zu einer Lösung zu gelangen. Damit solle verhindert werden, dass sich Nordkorea falsche Vorstellungen mache.

Mit angehaltenem Atem verfolgt die Welt weiter das verbale Aufrüsten zwischen den USA und Nordkorea. Trumps Warnung folgte auf die Veröffentlichung eines japanischen Militärberichts, wonach Nordkorea beim Atomwaffenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht hat und möglicherweise über Atomsprengköpfe verfügt. Die Bestückung könne Interkontinentalraketen umfassen. "Solche Militärmanöver der USA könnten in der momentan extrem heiklen Situation auf der koreanischen Halbinsel einen gefährlichen Konflikt provozieren", hieß es.

Nordkorea habe einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht getan, berichtete die Zeitung.

Hitzige Wortgefechte in einem der gefährlichsten Konflikte der Welt: Donald Trump und Kim Jong Un belegen sich gegenseitig mit Androhungen militärischer Gewalt.

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