Satire über Nazi-WG Deutsche Produktion "Familie Braun" gewinnt Emmy

Eine deutsche Mini Serie hat einen International Emmy gewonnen Produzentin Beatrice Kramm und ZDF-Redakteurin Lucia Haslauer nahmen in New York den Preis entgegen

Die beiden Männer machen daheim aus ihrer politischen Gesinnung keine Mördergrube, überall stehen und hängen bei ihnen in der der ZDF-Miniserie "Familie Braun" nationalsozialistische Devotionalien herum.

New York. Die ZDF-Comedy-Serie "Familie Braun" hat bei den International Emmy Awards eine Auszeichnung ergattert. Sie setzte sich gegen Konkurrenten aus Kanada, Brasilien und Argentinien durch. Die humoristische Darstellung von Neonazis in "Familie Braun" sei keineswegs verharmlosend, sagte sie nach dem Sieg - im Gegenteil: "Man muss gegen Neonazismus kämpfen, wie man auch immer es kann".

Lara - gespielt von Nomie Lane Tucker - wird bei Neonazi Thomas (Edin Hasanovic) abgegeben, weil ihre Mutter (Karmela Shako) nach Eritrea abgeschoben werden soll. "Wer ist das und warum schaut er so traurig?", fragt die Sechsjährige. Interessant an der Vergabe des International Emmys an das ZDF ist, dass damit erneut ein Stoff aus Deutschland ausgezeichnet wurde, der sich kritisch mit der deutschen Vergangenheit beziehungsweise dessen Fortsetzung in der Gegenwart beschäftigt. Mit der goldenen Trophäe holten die Macher der Serie um eine Neonazi-WG den wichtigsten internationalen Fernsehpreis nach Deutschland.

ZDF-Redakteurin Lucia Haslauer sagte der Deutschen Presse-Agentur, die große Herausforderung sei die Kürze der einzelnen Internet-Folgen von je vier bis sechs Minuten gewesen.

Die acht jeweils rund sechsminütigen Episoden waren im Februar und März 2016 zum ersten Mal zu sehen. Die Serie ist zudem weiterhin über die ZDF-Mediathek abrufbar.

Der International Emmy gilt als einer der wichtigsten internationalen Fernsehpreise.

Die vom ZDF produzierte Mini-Serie "Familie Braun" ist in New York mit einem International Emmy in der Kategorie "Serie im Kurzformat" ausgezeichnet worden. Als beste Darstellerin prämiert wurde die Britin Anna Friel für ihre Rolle als Londoner Polizistin "Marcella" auf der Jagd nach einem Serienmörder in der gleichnamigen Fernsehserie. Auch die für nichtamerikanische Produktionen vergebenen Ehrungen sind sehr begehrt, genießen jedoch nicht so viel Aufmerksamkeit wir die Verleihungen in Los Angeles.

Related:

Comments

Latest news

PISA-Studie: Deutsche Schüler bei Teamarbeit besonders gut
Es gibt jedoch ein Aber: Jedem fünften Neuntklässler in Deutschland fällt das Problemlösen in der Gruppe trotzdem schwer. Es handelt sich um die erste große internationale Analyse, die untersucht, wie gut Neuntklässler im Team arbeiten können.

Explosion: Haus in Staaken eingestürzt
Auf einem von der Feuerwehr via Twitter verbreiteten Foto ist zu sehen, dass das Gebäude völlig in sich zusammensackte. Die Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar: "Wir wissen nicht, warum das Haus eingestürzt ist".

Sind Erstklässler fitter als gedacht?
Sämtliche der 18 Grundschulen der Region beteiligten sich an dem Projekt, das durch die Sportstiftung Kurt Henn gefördert wurde. Die Untersuchung habe mit Blick auf die Langzeitschlüsse sicherlich eine höhere Aussagekraft als die bisherigen Forschungen.

Stromausfall: Partie TSV Buchbach mit 1860 München abgesagt
Beide Mannschaften machten sich daraufhin im Dunkeln warm, lediglich die Notstromaggregate sorgten für eine leichte Beleuchtung. Bereits im Vorfeld war die Begegnung mit 12.500 Zuschauern ausverkauft. "Das ist natürlich ärgerlich".

Actionfilm "Justice League" enttäuscht an Nordamerikas Kinokassen
Die könnten sogar noch zusammenkommen, denn im Ausland hat der Film am ersten Wochenende satte 185 Millionen eingespielt. Um für Warner Bros. die Gewinnschwelle zu erreichen, muss der Film weltweit mindestens 700 bis 750 Millionen einnehmen.

Other news