Russischer Bariton Dmitri Hvorostovsky stirbt mit 55 Jahren

Dmitri Hvorostovsky Russischer Opernsänger gestorben

Der Sänger bekannte sich früh zu seiner Krankheit: Sein Kampf dagegen, gekennzeichnet durch Erfolge und Rückschläge, verlief zwei Jahre lang in der Öffentlichkeit.

LondonDer russische Opernstar Dmitri Hvorostovsky ist tot.

Der russische Starbariton erlag im Alter von 55 Jahren einer Krebserkrankung. Mit seiner Frau und den vier Kindern trauert nun die gesamte Musikwelt, sie verliert mit diesem Sänger, der im Oktober noch seinen 55. Geburtstag feiern konnte, eine ihrer prägnantesten Gestalter-Persönlichkeiten.

Bei dem weltbekannten Sänger war 2015 ein Gehirntumor festgestellt worden. Daraufhin sagte er die meisten Konzerte ab. Dennoch wollte er "weiterhin Konzerte geben und CDs aufnehmen", wie er im Dezember 2016 "an all meine Freunde, Fans und Kollegen" schrieb. Noch im Juni sang er, bereits schwer gezeichnet, bei der Sommernachtsgala in Grafenegg.

Der russische Präsident Wladimir Putin, der sich sonst relativ selten zu Todesfällen äußert, hat als einer der Ersten der Familie kondoliert. "Wir glauben, dass Hvorostovskys Kunst Teil unseres nationalen und des internationalen Kulturerbes ist", fügte Peskov hinzu.

In seiner Heimat wurde Dmitri Hvorostovsky, der groß gewachsene "Sibirjak" mit dem braungebrannten Gesicht und den früh ergrauten und nie gefärbten Haaren, wie ein Popstar gefeiert.

"Heute ist ein sehr, sehr trauriger Tag für uns alle in der Wiener Staatsoper", zeigte sich am Mittwoch Direktor Dominique Meyer betroffen von der Todesnachricht: "Dima hinterlässt eine unbeschreibliche Lücke". Noch im Mai 2017 hatte Hvorostovsky einen überraschenden Auftritt bei einer Operngala an der New Yorker "Met" mit einer Arie aus "Rigoletto" von Giuseppe Verdi.

Begonnen hat Hvorostovskys Karriere im Jahr 1989: Nach dem Sieg beim Cardiff-Wettbewerb rissen sich die ersten Bühnen um den Mann aus der sibirischen Stadt Krasnojarsk. Mit der Titelpartie in Tschaikowskys "Eugen Onegin" am Teatro La Fenice in Venedig festigte Hvorostovsky seinen Ruf. Er sang aber auch in den renommierten Häusern der Opernwelt und war bei Festivals wie den Salzburger Festspielen zu hören, wo er etwa 1996 im "Figaro", 1999 im "Don Giovanni" und zuletzt 2004 in einer konzertanten Fassung von Prokofjews "Krieg und Frieden" auftrat.

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