Christen und Muslime kritisieren Lüneburger Schule

Lüneburger Gymnasium sagt Weihnachtsfeier

Medienberichte über die Streichung einer verpflichtenden Weihnachtsfeier an dem Lüneburger Gymnasium Johanneum sorgen in Niedersachsen weiter für Diskussionen. Jetzt hat ein Gymnasium in Lüneburg auf den Protest einer muslimischen Schülerin und die Weihnachtsfeier in die Freizeit verlegt.

Der Norddeutsche Rundfunk hatte am Dienstag berichtet, dass am Johanneum in diesem Jahr keine Weihnachtsfeier während des Unterrichts stattfinde, weil sich im Vorjahr eine Muslima über das Singen christlicher Lieder beschwert hatte. Das dementierte Schulleiter Friedrich Suhr am 19. Dezember in einer Stellungnahme. Durch einen "Personalwechsel im Kollegium" habe es für die Klassen sieben bis zehn zwar keine Feier gegeben, sie sei aber für das nächste Jahr wieder geplant: "Hier liegt keine grundsätzliche".

Die Feier ist nun komplett freiwillig und findet an einem Nachmittag statt.

Die Schüler und Lehrer des Johanneums reagierten angesichts der allgemeinen Empörung auf ihre eigene Weise - mit einem gemeinsamen Weihnachtsbasar, auf dem am Nachmittag selbstgebastelte Weihnachtssterne, Waffeln und Kekse angeboten wurden. Es lege "keine grundsätzliche Entscheidung über eine Abschaffung vor", wird Suhr zitiert. Es gebe aber "kein generelles Verbot, christliche Lieder in der Schule zu singen", hieß es in einer Erklärung. "Seit die lokalen Medien erstmals vor zwei Wochen darüber berichtet haben, stehen unsere Telefone nicht mehr still". Man sei von einer Welle an "Hassmails und wütenden Leserbriefen" regelrecht "zugeschüttet" worden. Darunter sollen sich auch Drohungen gegen Schulleitung und Elternrat befinden. Also: Die Weihnachtsfeier für die Mittelstufe fällt flach - eine freiwillige Feier nach der Unterrichtszeit hält als Alternative (für alle) her. Die Leiterin des NDR-Studios Lüneburg, Regine Schramm, bleibt jedoch dabei, dass die Kritik der muslimischen Schülerin der wahre Grund sei: "Der Direktor hatte uns diesen Sachverhalt in einem kurzen Telefonat am Freitag bestätigt", sagte Schramm der "FAZ". Demnach sei der berichtete Vorfall im "verpflichtenden Fachunterricht entstanden, als eine Lehrkraft das Singen von Weihnachtsliedern ansetzen wollte". Etwa, in welchem "Pflichtunterricht" sich der Vorfall ereignet habe und welches Weihnachtslied der Stein des Anstoßes war. "Leider hat Herr Suhr uns einen Interviewtermin am Montag abgesagt".

Mittlerweile wurde der NDR aber von den vielen empörten Reaktionen überrascht. Womit vermutlich der "Personalwechsel im Kollegium" gemeint sein sollte.

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