Behörden melden zwei Tote und beschuldigen den IS

Studentin hebt nach einem Tränengas-Angriff auf dem Gelände der Universität in Teheran die Hand

Vielmehr gebe es Hinweise auf eine Beteiligung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), behauptete der Sicherheitschef im Gouverneursamt, Habibollah Chodschasteh, nach iranischen Medienangaben am Sonntag. Am Samstag gingen in der Hauptstadt Teheran Studenten auf die Straße und skandierten Parolen gegen die Regierung, aber auch deren Anhänger hielten eine große Kundgebung ab. nach Angaben der Nachrichtenagentur AP beteiligten sich Tausenden an den Protesten. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden. Politische Proteste sind im Iran angesichts der Allgegenwart von Sicherheitskräften selten. An dem nächste Woche geplanten Krisentreffen soll auch der Präsident teilnehmen. Es wird erwartet, dass Rouhani in erster Linie die Hardliner für die Proteste verantwortlich machen wird. Mehr als 50 Menschen wurden wegen der Teilnahme an Demonstrationen bislang festgenommen.

Die Proteste richteten sich ursprünglich gegen die hohe Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen, später jedoch auch gegen die Regierung und Staatschef Hassan Ruhani. Am Freitag hatten sich die Proteste auf Teheran und weitere Städte ausgeweitet. "Problem mit Gewalt und Terror zu lösen, ist keine Option (.) - das können und werden wir nicht mehr dulden", sagte der Minister am Sonntag. Falls die Menschen Forderungen hätten, gebe es legale Kanäle, die zu beantragen. Die Proteste gegen die Regierung wurden vor allem durch Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Notlage und angebliche Korruption ausgelöst. "Das iranische Volk wird diese wertlosen und opportunistischen Bemerkungen der Amerikaner nicht beachten", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi.

Diese Nachricht wurde am 31.12.2017 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Der Iran hat bereits am Samstag die Unterstützung der USA für die Proteste im Land scharf verurteilt.

Bei den regimekritischen Protesten im Iran sind zwei Demonstranten getötet worden.

Videos, die auf regimekritischen Protestkundgebungen aufgenommen worden sein sollen und in Sozialen Netzwerken verbreitet wurden, zeigen unter anderem, wie Menschen riefen: "Mullahs schämt Euch, lasst unser Land in Ruhe".

Die meisten Videos kommen über das Nachrichtenportal Amad-News und werden auf der Messaging-App Telegram gepostet. Der iranische Telekommunikationsminister Mohammed-Dschawad Dschahromi warf Telegram per Kurzmitteilungsdienst Twitter vor, zu einem "bewaffneten Aufstand" aufzuwiegeln. Daraufhin wurde das Portal dann auch blockiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars riefen Dutzende Demonstranten vor der Teheraner Universität "Tod den Taliban" und verglichen damit das iranische Establishment mit den radikalen Islamisten in Afghanistan. Am Sonntag lief das Internet jedoch wieder normal.

Die Demonstrationen sind Schätzungen zufolge die größten seit der sogenannten Grünen Revolution nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009.

Das US-Außenministerium versuchte, andere Staaten auf die Seite der Demonstranten zu bringen. Zuvor hatten Berichte über die tödlichen Schüsse in den sozialen Medien die Runde gemacht. Er warnte die iranische Führung angesichts der aktuellen Ereignisse vor ihrem Untergang.

Related:

Comments

Latest news

Apple macht den Batteriewechsel bei iPhones günstiger
Jetzt glaube Apple, dass dazu auch die chemische Alterung der Batterien in älteren Geräten der Modelle 6 und 6s beigetragen habe. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Verbrauchersammelklagen gegen den Konzern vor allem in den USA eingereicht .

Apple entschuldigt sich und plant vergünstigten Akkutausch
Apple hatte die Drosselung über ein Jahr geheim gehalten und das Vorgehen zunächst nur gegenüber ausgewählten Medien eingeräumt. Alle chemischen Batterien altern, das ist ein Fakt, der allen aktuell auf dem Markt befindlichen Akkus gemeinsam ist.

Berliner Bahnhof Zoo wegen Feuer geräumt
Das Feuer sei in einer Zwischendecke auf einer angrenzenden Baustelle entstanden, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Betroffene Züge wurden zurückgesetzt, unter anderem zum Bahnhof Tiergarten sowie zum Hauptbahnhof.

Gundremmingen: Block B geht vom Netz
Nach über 33 Jahren wird der Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen planmäßig vom Netz genommen. Die Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks rechnet im Laufe des Jahres 2018 damit.

IS bekennt sich zu Anschlägen auf das Parlament in Teheran
Ein Dritter Angreifer wurde verhaftet, dennoch ist vom IS bisher keine offizielle Verlautbarung getroffen worden. Der iranische Geheimdienst sprach von Terroranschlägen, ohne jedoch direkt den IS zu erwähnen.

Other news