Vietnamesischer Geheimdienstler fürchtet Schlimmes bei Abschiebung aus Singapur

Ein Mann spricht im Fernsehen

Der Anwalt fügte hinzu, Vu sei mit seinem vietnamesischen Pass bereits früher in Singapur eingereist. Vietnam hat zwar keinen Auslieferungsvertrag mit dem Stadtstaat, doch die singapurischen Behörden könnten ihn bei einem Schuldspruch wegen Verstoßes gegen das Einwanderungsgesetz nach Vietnam zurückschicken. Ein Oberstleutnant der vietnamesischen Geheimpolizei aus der Abteilung, die für die Entführung verantwortlich gewesen sein soll, wollte nach Deutschland fliehen, um dort Asyl zu beantragen, berichtet der "Spiegel".

Zu dem Fall sollte am Dienstag ein Gespräch eines Kontaktmanns des Anwalts mit Beamten des Landeskriminalamts (LKA) Berlin stattfinden.

Nach Angaben seines deutschen Anwalts aus Frankfurt am Main verfügt Vu über "wertvolle Informationen" zur Verschleppung Thanhs aus Berlin "und darüber hinaus".

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler war Thanh am 23. Juli in Berlin auf offener Straße verschleppt und nach Vietnam gebracht worden. Auch das Bundesinnenministerium und das Auswärtige Amt in Berlin lehnten eine Stellungnahme ab. Die vietnamesische Botschaft in Berlin soll in seine Entführung nach Vietnam direkt verwickelt gewesen sein. Das Auswärtige Amt spricht von "Menschenraub" und "Entführung". Dies löste eine diplomatische Krise zwischen Vietnam und Deutschland aus.

Der Geheimdienstoffizier wurde laut seinen Anwälten am vergangenen Donnerstag in Singapur an der Grenze nach Malaysia gefasst. Unter massivem Druck habe er im Staatsfernsehen erklären müssen, dass er freiwillig nach Vietnam zurückgekehrt sei. Am Montag soll der Prozess gegen Thanh in Vietnam beginnen. Dem ehemaligen Funktionär der Kommunistischen Partei Vietnams und früheren Chef des staatlichen Unternehmens PetroVietnam Construction für Erdölförderanlagen wird außer Missmanagement vorgeworfen, einen Betrag in Millionenhöhe unterschlagen und sich anschließend ins Ausland abgesetzt zu haben. Die Behörden in Singapur erklärten, Vu sei wegen Verletzung von Einreisebestimmungen festgenommen worden. Die vietnamesische Polizei hatte kürzlich mitgeteilt, der Mann werde wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen gesucht.

Das geht aus einem Schreiben seiner deutschen Anwaltskanzlei hervor. Ein zweiter Anwalt bestätigte die Festnahme.

Schlagenhauf wollte sich vor Prozessbeginn mit ihren vietnamesischen Anwaltskollegen abstimmen, die ihn vor Gericht vertreten werden.

Die vietnamesischen Behörden haben im vergangenen Jahr im Zuge einer Anti-Korruptionskampagne zahlreiche ehemalige Funktionäre, Beamte und Bankkaufleute festgenommen oder inhaftiert. Kritiker sehen darin den Versuch der neuen Regierung, gegen unliebsame Politiker der vorherigen Führung vorzugehen.

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