Traum beendet - Freitag stürzt im ersten Durchgang

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Der frühere Skisprung-Star Sven Hannawald glaubt angesichts des Höhenflugs von Kamil Stoch an eine Wiederholung seines legendären Grand Slams bei der Vierschanzentournee durch den Polen.

Nach den Siegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck fehlt dem polnischen Titelverteidiger nur noch ein Erfolg am Samstagabend in Bischofshofen, um das bislang einmalige Kunststück des Deutschen Sven Hannawald von vier Siegen aus dem Winter 2001/2002 zu wiederholen.

Richard Freitag, vor dem dritten Wettkampf in Innsbruck Zweiter der Tournee-Wertung, trat nach einem Sturz im ersten Umgang nicht mehr zum Finaldurchgang an. Stoch führt nun um 65 Punkte in der Tourneewertung. Rivale Stoch hat am Bergisel bislang noch nicht gewonnen, seine beste Platzierung ist ein zweiter Rang aus dem Jahr 2013. Stefan Hula war als 11. zweitbester Pole, Maciej Kot, Piotr Zyla und Jakub Wolny landeten auf den Plätzen 13 bis 15, Dawid Kubacki wurde 20. "Das ist ganz komisch, denn es hat sich besser angefühlt als das, was rausgekommen ist". "Ich weiß nicht, warum es mich da draußen so zerfleddert", hatte er nach dem ersten Sprung gemeint. Kraft müsse Ruhe finden vor dem Absprung.

Zwei Österreicher durften immerhin zufrieden sein. "Der zehnte Platz gibt viel Zuversicht". Der 26-jährige Deutsche galt als einer der Favoriten für den Wettkampf. Und der 19-jährige Tiroler Clemens Leitner, der Bruder des Ex-Biathlon-Juniorenweltmeisters Felix Leitner, schaffte es bei seinem Weltcupdebüt als 29. gleich in die Punkteränge.

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Anders Fannemel Kamil Stoch Andreas Wellinger Piotr Zyla Kamil Stoch Stefan Hula

Gregor Schlierenzauer erlitt hingegen ausgerechnet auf seiner Heimschanze einen Rückschlag auf dem Weg zurück zur Spitze. Der zweifache Bergisel-Sieger verpasste als 37. das Finale.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Olympiaschanze von 1976 noch immer über keine Flutlichtanlage verfügt, bis spätestens gegen 17 Uhr müsste ein Springen beendet sein. Hayböck ist nun als 16. bestplatzierter Österreicher in der Gesamtwertung. Der Bischofshofen-Sieger von 2015 hat rund 130 Punkte Rückstand. 1978 war Claus Tuchscherer 24. Nach der Landung hatten sich die Ski des dreifachen Saisonsiegers überkreuzt, ein Sturz folgte.

DSV-Coach Werner Schuster kritisierte den norwegischen Technischen Delegierten, der einen zu langen Anlauf und damit für die nicht optimale Schanzenpräparierung zu große Weiten zugelassen habe. "Es tut mir leid für Richard", so der Pole.

Die Deutschen erzielten auch ohne ihren Gesamtweltcup-Führenden ein starkes Teamergebnis. Angesichts der Dominanz des Doppel-Olympiasiegers und seines Vorsprungs von 64,5 Punkten auf den zweitplatzierten Deutschen Andreas Wellinger ist nicht zu erwarten, dass er sich die Adler-Trophäe noch entreißen lässt. Der Japaner Yukio Kasaya gewann 1971/1972 die ersten drei Springen und wurde am Ende nicht einmal Gesamtsieger bei der Tournee, weil er nach der dritten Station abreisen musste, um sich auf die Olympischen Spiele 1972 in Sapporo vorzubereiten. "Ich bin sehr zufrieden und meinem Team sehr dankbar", sagte der 30-jährige Stoch. "Mein Wunsch war es, mich während der Tournee stetig steigere, und das mache ich gerade".

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