Angeklagter gesteht BVB-Anschlag und bestreitet Tötungsplan

In einer Erklärung betonte Sergej W. dass er niemanden töten wollte

Beim Prozessauftakt hatte Sergej W. geschwiegen.

Im Prozess um den Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat der Angeklagte aus Rottenburg (Kreis Tübingen) gestanden. "Ich bedauere mein Verhalten zutiefst", sagte Sergej W. vor dem Dortmunder Schwurgericht. Er habe einen Anschlag vortäuschen wollen und dafür die Sprengvorrichtungen "extra so konzipiert, dass keine Personenschäden zu erwarten waren". Er wollte die BVB-Spieler angeblich töten, um auf einen sinkenden Aktienkurs zu setzen.

Die Staatsanwaltschaft hat den Deutschen mit russischen Wurzeln unter anderem wegen 28-fachen versuchten Mordes angeklagt. Der spanische BVB-Innenverteidiger Marc Bartra hatte einen Armbruch und Fremdkörpereinsprengungen erlitten, ein begleitender Polizist ein Knalltrauma. In der Anklage heißt es: "Die fernzündbaren Sprengsätze sollen jeweils mit (.) einer Wasserstoffperoxid-Brennstoff-Mischung sowie mindestens 65 in Epoxidharz eingeschlossenen Metallbolzen mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Länge von 74 mm (.) bestückt gewesen sein".

Sein Ziel war es nach Erkenntnis der Ermittler, bei Aktienspekulationen abzukassieren. Wäre der Kurs tatsächlich auf einen Euro abgerutscht, hätte der 28-Jährige über eine halbe Million Euro Gewinn gemacht.

Laut Anklage kaufte Sergej W.in der Woche vor dem Anschlag für mehr als 26 000 Euro Optionsscheine und Kontrakte - und schloss mit diesen sozusagen eine Wette auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie ab. Der BVB ist der einzige Fußballverein in Deutschland, dessen Aktien an der Börse gehandelt werden. Mit Spannung wird beobachtet, ob der mutmaßliche Attentäter Sergej W. etwas zu den Vorwürfen gegen ihn sagen wird.

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