Facebook, Twitter und YouTube steigern Löschquote bei Hass-Postings deutlich

Vera Jourova

Hasskommentare im Internet werden von sozialen Netzwerken deutlich häufiger gelöscht als noch vor einem Jahr.

Eigentlich eine Traumquote, aber das NetzDG sieht man in Brüssel trotzdem weiterhin kritisch: Die EU schließt aus der Studie, dass der Kampf gegen Hass und Hetze im Internet auch ohne gesetzliche Regelungen vorankommt. Wurden Ende 2016 durchschnittlich nur 28 Prozent aller beanstandeten Inhalte entfernt, waren es im Mai 2017 bereits 59 Prozent. Ob und wie die Firmen diesen freiwilligen Verhaltenskodex einhalten, hat die EU-Kommission jetzt zum dritten Mal überprüft.

Die neuen Zahlen zeigen auch, dass sich die meisten Beschwerden auf Hetzpropaganda gegen bestimmte Volksgruppen, Muslime, Fremde oder Schwule und Lesben beziehen. Am stärksten betroffen ist den Zahlen zufolge Facebook, das rund die Hälfte aller Beschwerden bearbeiten musste. Die EU-Kommission verweist allerdings darauf, dass andere Staaten ohne Gesetze nur knapp dahinter liegen. Litauen beispielsweise kommt demnach auf eine Quote von etwa 99 Prozent. "Die neuesten Ergebnisse zeigen uns deutlich, dass die freiwillige Selbstverpflichtung derzeit sehr gut funktioniert, wenn es um Hass im Netz geht", sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourová. Jourová fügte hinzu, künftig würden auch das Foto-Netzwerk Instagram und Google+ bei dem freiwilligen System mitmachen werden.

Am NetzDG gibt es in Deutschland scharfe Kritik. Befürchtet wird zudem, dass die Betreiber in vorauseilendem Gehorsam in Zweifelsfällen lieber löschten oder sperrten. Das könne zu einer Zensur von unliebsamen Beiträgen und letztlich zur Einschränkung der Meinungsfreiheit führen.

Related:

Comments

Latest news

Merkel und Macron wollen EU und Euro-Zone stärken
Bis März wollen man Vorstellungen zur Stärkung der EU vorlegen, sagte Merkel am Freitag bei einem Besuch in Paris . Macron spielte Differenzen über einzelne Punkte wie ein eigenes Euro-Zonen-Budget herunter.

Fahrgäste retten sich aus brennendem Linienbus
Der Fahrer stoppte sofort das Fahrzeug und rettete sich zusammen mit den vier Fahrgästen ins Freie. Auf der Diepholzer Straße in Wetschen ging heute gegen 13:20 Uhr ein Linienbus in Flammen auf.

Polizei ist auf der Suche nach Waffen - und findet Krokodil
Ein örtliches Nachrichtenportal berichtete, es handle sich um ein zwei Meter langes Nilkrokodil. Die Polizei hatte das Haus im Vorort Peterhof bei der Suche nach illegalen Waffen durchsucht.

Trotz Avancen aus Brüssel: May beharrt auf Brexit
May sagte der Bild , ihr Land sei "auch künftig der europäischen Verteidigung und Sicherheit verpflichtet - ohne Wenn und Aber". Er und May hatten sich beim französisch-britischen Regierungsgipfel am Donnerstag in Sandhurst bei London getroffen.

Anschlag auf Hotel Intercontinental in Kabul
Die meisten hatten entweder die radikalislamischen Taliban oder die Terrormiliz "islamischer Staat" für sich reklamiert. Bewaffnete haben am Samstag das Luxushotel Intercontinental in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen.

Other news