Audi verwendet unzulässige Abschaltvorrichtungen in neuen Dieselmodellen

Schließen     
                          Auch dem A8 droht die Zulassung. – REUTERS  Jonathan Ernst

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat für mehrere Audi-Modelle Rückrufe angeordnet. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet. Offenbar sind von dem Zwangsrückruf 127 000 Fahrzeuge betroffen.

Demnach gilt die Anordnung für die Audi-Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm 6.

Das Kraftfahrtbundesamt hat für V6-Dieselautos von Audi einen Zwangsrückruf angeordnet.

"Die Software der Motorsteuerung für die betreffenden Fahrzeuge wird gesamthaft überarbeitet, getestet und dem Kraftfahrbundesamt zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt". "Bild" zufolge beanstandet die Behörde eine sogenannte Aufheizstrategie, die nur auf dem Prüfstand aktiv ist und im Straßenbetrieb abgeschaltet wird. Weitere mögliche unzulässige Abschaltvorrichtungen würden noch näher geprüft werden. Die schadstoffmindernde, schnelle Motoraufwärmfunktion springt bei diesen Fahrzeuge demnach nahezu nur im Prüfzyklus an.

Von Audi hieß es, man untersuche seit Monaten mit Hochdruck alle Diesel-Konzepte auf etwaige Unregelmäßigkeiten und Nachrüstungspotenziale.

Die beanstandeten Audis sind laut de Graeve "Teil des Nachrüstprogramms für bis zu 850.000 EU5/EU6-Dieselfahrzeuge mit V6- sowie V8-TDI-Motoren, das bereits am 21. Juli 2017 angekündigt wurde". "Dabei arbeitet Audi eng mit den zuständigen Behörden - insbesondere mit dem KBA und dem Bundesverkehrsministerium zusammen", teilte Audi-Sprecher Jürgen de Graeve mit. "Sobald die Software freigegeben ist, werden die betroffenen Kunden benachrichtigt", sagte De Graeve.

Doch es kommt noch schlimmer. Die Zeitung berichtete weiter, für ein bestimmtes A8-Modell, das bis Mitte 2017 produziert wurde, drohe das KBA Audi sogar mit einem Zulassungsverbot. Betroffen war das Flaggschiff von Audi, der A8 mit TDI-Achtzylinder-Motor und Euro-6-Zulassung. Er wurde von 2013 bis vergangenen August gebaut.

Der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert den Autobauer. "Nach einer Freigabe der Pläne habe Audi dann 18 Monate Zeit für den Rückruf".

Der Dieselskandal ist auch juristisch noch nicht ausgestanden. Kommt er frei? Bisher haben Münchener Richter seine Versuche allesamt abgeschmettert, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen.

Related:

Comments

Latest news

NFL-Halbfinale: Angeschlagener Brady soll spielen
Hinter seinem Einsatz steht noch ein Fragezeichen, auf dem "injury Report" wurde er als "questionable" (fraglich) gesetzt. Auf die Frage, ob er wird spielen können, wich Brady aus: "Wir werden sehen", sagte der Superstar des Titelverteidigers.

Gauland bietet FDP Zusammenarbeit an - und wird sofort von Kubicki abgewatscht
Gauland bezweifelte indes, dass es sich bei der Annexion der Krim um einen Bruch des Völkerrechts handele. "Da habe ich eine gewisse Hoffnung.", sagte der AfD-Vorsitzende.

Real Madrid schiesst sich den Frust von der Seele
Die Katalanen siegten bei Betis Sevilla 5:0 (0:0) und stellten den 19-Punkte-Abstand zum Erzrivalen wieder her. Spitzenreiter FC Barcelona dürfte für die Madrilenen aber nicht mehr einzuholen sein.

SPD-Chef Schulz verspricht weitere Verhandlungserfolge
Für ihn habe nie Zweifel daran bestanden, dass die SPD nach Auswegen aus dieser schwierigen politischen Lage suchen werde. Dreyer warb im Dezember noch für eine Minderheitsregierung, inzwischen tritt sie für eine Große Koalition ein.

Kristoffersen führt bei Slalom in Kitzbühel
Der Walliser reihte sich nur 18 Hundertstel hinter Dominator Hirscher, der zuletzt fünf Slaloms hintereinander gewonnen hat, im 4. Als Jugendlicher konnte Hirscher die Erfolge seines Salzburger Landsmannes Maier zunächst aus der Distanz verfolgen.

Other news