Lebenslang für mutmaßlich nach Vietnam entführten Mann

Der Rechtsanwalt Nguyen Van Quynh während eines Plädoyers

Der aus Deutschland entführte vietnamesische Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh ist in Vietnam zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dabei droht ihm abermals die Todesstrafe. Zuvor hatte der Staatsanwalt auf die mögliche Forderung nach der Todesstrafe verzichtet. Der 51-Jährige war im Juli 2017 in Berlin entführt und in einer spektakulären Aktion vom Geheimdienst über die Vietnamesische Botschaft nach Vietnam geschleust worden. Die vietnamesische Führung behauptet, er sei freiwillig nach Hanoi zurückgekehrt. Der Ex-Vorstandschef eines staatlichen Baukonzerns hatte den Staatsmedien zufolge Management-Fehler zugegeben, bestreitet aber den Vorwurf der Veruntreuung. Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Berlin und Hanoi seit Wochen massiv.

Konkret ging es in dem Prozess um den Bau eines Kraftwerks im Norden Vietnams im Jahr 2011. Den Männern war unter anderem Unterschlagung zur Last gelegt worden.

Zudem soll Thanh bei einem Bauprojekt in Hanoi eine halbe Million Euro Schmiergeld kassiert haben. Thanh selbst hatte um ein mildes Urteil gebeten, damit er bald wieder nach Deutschland zurückkehren kann.

So soll Thanh als Manager bei einer Tochter des Staatsunternehmens PetroVietnam für Verluste von 150 Millionen US-Dollar mitverantwortlich gewesen sein. Seine deutsche Anwältin Petra Schlagenhauf sieht ihn als Opfer politischer Machenschaften. Der Vorfall hat zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Deutschland und Vietnam geführt. Zudem legte sie den sogenannten strategischen Dialog mit dem südostasiatischen Land auf Eis.

Thanhs Mitangeklagter, das ehemalige Politbüromitglied Dinh La Thang, muss nach der Entscheidung vom Montag zufolge für 13 Jahre in Haft. In Vietnam ist Korruption weit verbreitet. Doch in wenigen Tagen steht ein weiteres Verfahren an. Ausländische Medien wurden zu dem Prozess nicht zugelassen, bei dem Thanh zusammen mit 21 weiteren Angeklagten, darunter einem einst hochrangigen Mitglied des Politbüros, vor Gericht stand.

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