Abgastests mit Affen und Menschen sollen Konsequenzen haben

Feinstaub Bild

Laut einem Bericht hat der Forschungsverein auch Versuche mit Menschen finanziert. Zehn zu Versuchsobjekten degradierte Affen kauern in einem Testlabor im Wüstenstaat New Mexico und atmen stundenlang Abgase eines VW-Beetles ein, während ihnen zur Beruhigung Zeichentrickfilme gezeigt werden.

Den Aufsichtsräten der Auftraggeber der Tests komme nun eine besondere Verantwortung zu, kritische Fragen auch zur Zielsetzung der Tests zu beantworten.

Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) ließ über einen Sprecher erklären, er habe kein Verständnis für Tests zum Schaden von Tieren und Menschen, die nicht der Wissenschaft dienten, "sondern ausschließlich PR-Zwecken". Die Untersuchungskommission des Ministeriums zum Abgasskandal solle in einer Sondersitzung prüfen, ob es weitere Fälle gibt. Die Autokonzerne seien aufgefordert worden, umgehend und detailliert Stellung zu nehmen.

Konzernchef Matthias Müller entschuldigt sich für die fragwürdigen Abgastests und nannte die von der Lobbyvereinigung EUGT in den USA praktizierten Methoden "unethisch und abstoßend".

Jüngste Medienberichte, es habe in diesem Zusammenhang Schadstofftests nicht nur mit Affen, sondern auch mit Menschen gegeben, wurden von der Universität Aachen zurückgewiesen.

Die von den Konzernen VW, Daimler und BMW gegründete Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) förderte den Angaben nach die Studie. Autoabgase gelten als wichtigste Quelle für das Gas. Die Ethikkommission der Uniklinik Aachen habe die Studie, die erst 2016 veröffentlicht worden sei, geprüft und genehmigt. Unklar blieb, warum auch die Aachener Studie von der EUGT gefördert wurde. Dabei sei der Einfluss unterschiedlicher NO2-Konzentrationen in der Atemluft auf die Probanden untersucht worden. Nach Einschätzung der EUGT habe die Studie ergeben, dass keine Wirkung festgestellt werden konnte, hiess es weiter. Die Vereinigung wurde im Sommer 2017 ausgelöst. Sie war zuletzt wegen eines Abgas-Experiments mit Affen in den USA in die Kritik geraten. Zu dem Zeitpunkt der Menschen- und Affenversuche war der Autozulieferer Bosch nach derzeitigen Erkenntnissen nicht mehr Mitglied des Forschungsvereins, im Gegensatz zu VW, Daimler und BMW. Deren Vorgehen widerspreche den Werten und ethischen Prinzipien des Unternehmens. Für VW -Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sind die Versuche "in keinster Weise nachvollziehbar", Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil forderte umfassende Aufklärung. "Der Aufsichtsrat ist sich einig: Hier muss schnellstmöglich lückenlos aufgeklärt werden.", betonte Osterloh auch am Montag in Wolfsburg. Für die Volkswagen-Beschäftigten distanziere er sich klar.

Die Studie von 2013 - lange vor Bekanntwerden des VW-Dieselskandal - habe sich mit dem Stickstoffdioxidgrenzwert am Arbeitsplatz befasst, erklärte der zuständige Institutsleiter Thomas Kraus am Montag.

Diese Nachricht wurde am 30.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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