Putin soll vom Staatsdoping gewusst haben

Was wusste der russische Präsident

Der Kreml hat die gegen Präsident Wladimir Putin erhobenen Vorwürfe einer Mitwisserschaft im Staatsdoping-Skandal auf das Schärfste zurückgewiesen. Putin räumte allerdings erneut ein, dass es "in Einzelfällen Doping in Russland gegeben hat".

Im Mai 2016 hatte der Leiter des Moskauer Doping-Analyselabors im Interview der "New York Times" über den Doping-Betrug und Proben-Austausch mit Hilfe des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB bei den Spielen in Sotschi berichtet. Putin könne "nicht leugnen", über den Plan Bescheid gewusst zu haben. "Weil nur der Präsident den FSB für eine solche spezielle Aufgabe engagieren könnte", sagte Rodschenkow. In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Das Olympia-Komplott", die an diesem Montag ab 22.45 Uhr ausgestrahlt wird, sagte Rodschenkow: "Ja".

Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Whistleblower Grigorij Rodtschenkow als "Idiot", dem man nicht trauen solle. Das IOC gewährt jedoch 169 individuell geprüften russische Athleten das Startrecht unter neutraler Flagge.

Der Internationale Sportgerichtshof Cas entscheidet derzeit über Einsprüche russischer Athleten, die vom IOC lebenslang für Olympia gesperrt wurden. Sie sollen den Verdacht erhärten, dass in Russland schon lange vor den Spielen 2014 in Sotschi systematisch und geplant gedopt habe. Dabei habe zunächst vor allem die Leichtathletik im Zentrum gestanden. Ausserdem erklärt er, das Staats-Doping sei bei den Winterspielen 2014 zur Perfektion gebracht worden. "Vor Peking war es sehr einfach". "Zwischen Peking 2008 und London 2012 änderten wir unsere Strategie, wie man Doping vertuschen kann. Wir haben alles kontrolliert".

Im IOC-Exekutivkomitee mit dem deutschen Präsidenten Thomas Bach sei eine Debatte über den Fall Russland nicht erwünscht gewesen, berichtete die frühere IOC-Athletensprecherin Claudia Bokel in der ARD-Doku. Als Konsequenz aus den Manipulationen wurde das Nationale Olympische Komitee Russlands von den Spielen in Pyeongchang suspendiert. "In der Exekutive durfte das nicht diskutiert werden". "Und dann ist das Thema wieder vom Tisch gewesen". "Ich hab da abends nicht schlafen können".

Dennoch wirkte sie in der Dreier-Kommission des IOC mit, die vor Beginn der Rio-Spiele die Unterlagen der Weltverbände über die Prüfung der Startzulassungen einzelner Russen prüfte. Bei Ansicht der Unterlagen habe sie erkannt, dass eine sorgfältige Überprüfung in der Kürze der Zeit in vielen Fällen nicht möglich gewesen sei, berichtete Bokel.

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