Wegen Abgastests an Affen: VW beurlaubt Cheflobbyist Steg

Feinstaub Bild

Die Debatte um umstrittene Abgastests an Affen hat erste personelle Folgen bei Volkswagen: Cheflobbyist Thomas Steg wurde beurlaubt. Konzernchef Matthias Müller sagte: "Herr Steg hat erklärt, die volle Verantwortung zu übernehmen".

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nannte die Versuche "verantwortungslos". Thomas Steg, angenommen, ihn zu beurlauben. "Es ist deswegen richtig, dass der VW-Vorstand im Zusammenhang mit der vollständigen Aufklärung der Vorgänge auch prüft, wer für die Beauftragung der Studie verantwortlich war", sagte Weil. Nach Ansicht von ARD-Korrespondent Thorsten Hapke kann man in diesem Fall auch nicht von einem Bauernopfer sprechen, da Steg nach jetzigen Kenntnissen der hochrangigste VW-Manager ist, der - zumindest teilweise - in die Abgastests eingebunden war, diese aber nicht stoppte. Die Nachricht, dass im Auftrag des Konzerns Tests an Affen und Menschen vorgenommen wurden, hat scharfe Kritik ausgelöst. Die von BMW, Daimler und VW betriebene EUGT hatte Tests mit Affen und Menschen finanziert. Über dieses Wissen muss er laut der Zeitung bereits seit 2013 verfügt haben. "Wir wollen Tierversuche für die Zukunft absolut ausschließen". In einem Exklusiv-Interview mit BILD sagte er am Montag: "Ich ärger mich fürchterlich, dass ich da nich mehr konsequent eingegriffen habe". Er bedauere dies sehr. "Mit Interessensvertretung oder wissenschaftlicher Aufklärung hatte das nichts, gar nichts zu tun". "Es ist ja schön, dass sich heute alle davon distanzieren, weil die öffentliche Meinung das inzwischen von ihnen verlangt", sagte er im rbb-Inforadio. Die Vereinigung war 2007 von Unternehmen der deutschen Automobilindustrie gegründet worden und wurde Mitte 2017 aufgelöst. Bei Volkswagen will sich das Präsidium des Aufsichtsrats nächste Woche über den Stand der Untersuchungen wegen der Abgastests informieren lassen. Auch Steg hatte zuvor angekündigt, Volkswagen werde künftig auf Tierversuche verzichten. Zuvor war er unter anderem stellvertretender Leiter des Büros des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, ab 2002 war er stellvertretender Regierungssprecher.

Die Organisation Transparency International forderte ein härteres Durchgreifen gegenüber der Autolobby. Die Verantwortung dafür gab er der "betrügerischen Autoindustrie und einer tatenlosen Bundesregierung".

Veranlasst worden war die Studie, die in breiten Teilen der Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung auslöste, von EUGT.

Related:

Comments

Latest news

Lahm kritisiert Beckenbauer: "Jeder ist für sein Handeln verantwortlich"
Der Ex-Spieler wirbt für die Austragung der Fußball-EM 2024 in Deutschland. "Das war auch ein großes Verdienst Beckenbauers". Dennoch erinnerten sich die Leute "nicht an die Affäre, sondern an die Stimmung, das Wetter, die Atmosphäre".

"Glee"-Star Mark Salling stirbt im Alter von 35 Jahren"
Der leblose Körper des Darstellers ('Glee') wurde am Los Angeles River in Sunland, Kalifornien, gefunden, wie 'TMZ' berichtet. Er hatte sich im vergangenen Oktober vor Gericht schuldig bekannt, kinderpornografisches Material besessen zu haben.

BVB schnappt sich spanisches Offensiv-Talent Sergio Gomez
Nach Goal -Informationen überweist der Bundesliga-Klub für die Dienste des 17-Jährigen rund drei Millionen Euro an die Katalanen. Am Sonntag hat ihn Borussia Dortmund verpflichtet.

Haver-Löseth und Zenhäusern gewinnen Stockholm-City-Event
Startberechtigt war der Münchner am Dienstag nur, weil er den Quotenplatz des verletzten Felix Neureuther einnahm. Im Kampf um den Sieg trafen im Finale Haver-Löseth und Holdener sowie Zenhäusern und Myhrer aufeinander.

Bernhard Mattes zum neuen VDA-Präsidenten gewählt
Zetsche hob hervor, dass Wissmann die Interessen der Industrie glaubwürdig vertreten und ihr eine starke Stimme verliehen habe. Wissmann wurde zudem ein ungeschicktes Agieren nach den Kartellvorwürfen gegen die deutschen Autobauer angelastet.

Other news