Bahn benennt keinen Zug nach Anne Frank

Vorderansicht einer ICE-Lok

Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung". Die Bahn habe das Thema falsch eingeschätzt und damit Gefühle verletzt. Das jüdische Mädchen Anne Frank war 1944 mit einem Zug in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden. So profitierte das Unternehmen auch von der Verschleppung Anne Franks, die 1944 mit ihrer Familie zunächst nach Auschwitz und später von dort weiter nach Bergen-Belsen deportiert wurde, wo sie 1945 im Alter von 15 Jahren starb.

Die Idee hatte für massive Kritik gesorgt: Die Bahn wollte Züge nach den Namen von verschiedenen Persönlichkeiten benennen - und dazu im vergangenen Oktober eine List mit 25 Namenspaten veröffentlicht.

Diese Nachricht wurde am 01.03.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Ein ICE4, der schon vor dem vergangenen Herbst nach dem Reformator Martin Luther benannt worden war, werde seinen Namen behalten. Geplant seien etwa die Bezeichnungen "Bodensee", "Bayerischer Wald", "Eifel" und "Spree". Die Entscheidung sei damals "aufgrund der überragenden Bedeutung des 500". Die Verstrickung Reichsbahn und NS-Staat sei ein "dunkles Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn", erklärte er.

Ende Oktober gab die Deutsche Bahn dann ihre Auswahl bekannt und löste damit eine Welle der Empörung aus. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte. Die Deutsche Bahn zieht ihren Plan, ihre Flaggschiffe vom Typ ICE4 mit den Namen berühmter Persönlichkeiten zu bezeichnen, zurück.

Auch Luther ist allerdings wegen seiner antisemitschen Ausfälle umstritten. "Das wird nicht dazu führen, dass ich meine Freundschaften zu Protestanten und Katholiken aufkündige, aber es wird zu einer Belastung des öffentlichen Verhältnisses führen", sagte der Vorsitzende des Landesverbandes, Michael Fürst, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Wir werden aber weiterhin dafür kämpfen, dass dieser Tag nicht so ein schöner Tag wird, wie sich die Regierung das vorstellt".

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