Ministerpräsident Netanjahu erstmals zu Korruptionsaffäre befragt

Israelische Polizisten sind am Freitagmorgen vor der Jerusalemer Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorgefahren, wo er Medienberichten zufolge zu Korruptionsfällen befragt werden soll. Sie hörten ihn und seine Frau Sara am Freitag zum ersten Mal in einer Ermittlung zu Israels größtem Telekommunikationskonzern Bezeq an, berichtete die Zeitung "Haaretz".

Netanjahu wird verdächtigt, dem Unternehmen Vorteile gewährt zu haben. Im Austausch soll ein zum Konzern gehörendes Medium positiv über ihn berichtet haben.

Nach gut einjährigen Ermittlungen hatte die Polizei bereits vor zwei Wochen eine Anklage wegen Korruption gegen Netanjahu empfohlen, auch wegen eines umstrittenen U-Boot-Geschäfts mit Deutschland.

Im Fall des Telekom-Marktführers Besek waren am 18. Februar Elovitsch, der ehemalige Generaldirektor des Kommunikationsministeriums und langjährige Weggefährte Netanjahus, Schlomo Filber, und fünf weitere Verdächtige festgenommen worden. Es gebe eine "Kampagne" gegen ihn und seine Familie. Er könnte als Kronzeuge aussagen, um selbst nicht ins Gefängnis zu müssen. Den Berichten zufolge sollte Netanjahus Frau Sara zur gleichen Zeit in einer Polizeizentrale bei Tel Aviv befragt werden.

Am 25. Februar wurde überdies die Untersuchungshaft für Eli Kamir verlängert, einen ehemaligen Kommunikationsberater Netanjahus, der ebenfalls in die Beseq-Affäre verwickelt sein soll. Korruptionsermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich in diesem Fall gegen Vertreter der israelischen Sicherheitsbehörden und Mitarbeiter von Thyssenkrupp in Israel. Netanjahu gab das Ministeramt 2017 ab. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, zusammen mit seiner Frau über Jahre hinweg teure Geschenke vom israelischen Geschäftsmann und Hollywood-Produzenten Arnon Milchan angenommen zu haben. Netanjahu weist sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

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