Energiekonzern Eon will RWE-Tochter Innogy kaufen

Innogy-Zentrale in Essen Quelle dpa

Berlin. Eon und RWE haben sich über den Kauf des RWE-Tochterunternehmens Innogy geeinigt. Der Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung bedürfe noch der Zustimmung der Gremien beider Konzerne.

Eon will die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy kaufen.

Dies teilten die beiden Unternehmen in der Nacht zum Sonntag jeweils per Ad-hoc-Mitteilung überraschend mit.

Eon und RWE legen in der kommenden Woche ihre Bilanzen vor.

Die Transaktion würde den von RWE an innogy gehaltenen Anteil von 76,8 % inklusive der unterstellten Dividenden der innogy SE für die Geschäftsjahre 2017 (zahlbar 2018) und 2018 (zahlbar 2019) von insgesamt EUR 3,24 je Aktie, die RWE bis zum erwarteten Vollzug der Transaktion voraussichtlich noch zufließen werden, mit EUR 40,00 je Aktie bewerten. Zudem solle RWE den weitgehenden Teil von Eons Erneuerbaren Energien-Geschäft erhalten, außerdem das gesamte Erneuerbare-Energien-Geschäft von Innogy sowie das Innogy-Gasspeichergeschäft und den Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag. Eon und RWE sind beide in Nordrhein-Westfalens ansässig und haben bei der europaweiten Abkehr von fossilen Energieträgern ähnliche Wege beschritten: Beide Konzerne vollzogen die Abspaltungen 2016. Im Gegenzug erhält der Konkurrent zahlreiche Aktivitäten - und sogar eine Beteiligung an Eon.

Eon will dann den anderen Innogy-Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot in bar unterbreiten. RWE würde sich an dem Angebot nicht beteiligen. Eon lagerte die Sparten mit fossilen Brennstoffen in Uniper aus, RWE spaltete die entsprechenden Assets in Innogy ab. Die Durchführung der gesamten Transaktion ist in mehreren Schritten geplant und stünde unter dem Vorbehalt üblicher kartellrechtlicher Freigaben.

Mit dem Geschäft würde nicht nur der Newcomer Innogy, der erst 2016 entstanden war, zerschlagen.

Nach der Grundsatzeinigung soll RWE zunächst eine Beteiligung an Eon von 16,67 Prozent erhalten. Mit der Transaktion würden sich auch Eon und RWE neu ausrichten. Das Unternehmen würde vor allem Innogys lukratives Verteilnetz übernehmen, das derzeit fast drei Viertel der Gewinne beiträgt, und mehr als 20 Millionen Kunden hat.

Das Geschäft der erneuerbaren Energien von Eon und Innogy würde von RWE übernommen. Eon würde die Stromproduktion aus Erneuerbaren weitgehend aufgeben und Teile davon RWE überlassen. Der Stromproduzent, der sich nach der Aufspaltung auf die konventionelle Stromerzeugung und den Großhandel konzentriert hatte, würde sich also wieder in der Wind- und Solarenergie engagieren. Das Unternehmen war beim Börsengang hoffnungsvoll als neue Kraft gestartet und gemessen am Börsenwert sogar an Eon vorbeigeschossen. Aktuell ist Innogy 19,2 Milliarden Euro wert, Eon nur 18,4 Milliarden Euro.

Die Vereinbarung trifft das Unternehmen vor allem in einer ohnehin schwierigen Phase. Im Dezember wurde Konzernchef Peter Terium nach einer Gewinnwarnung überraschend abgelöst. Vorstandsmitglied Uwe Tigges übernahm vorübergehend die Rolle des CEO.

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