Hunderttausende zu Demo für schärfere Waffengesetze erwartet

Insgesamt waren den Organisatoren des "March for our lives" zufolge mehr als 800 Demonstrationen in den USA und weltweit geplant. Das wäre eine der größten Demonstrationen seit den Protesten gegen den Vietnamkrieg.

Einer der Höhepunkte war eine Rede von Yolanda King, der kleinen Enkeltochter des vor fast genau 50 Jahren ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King. "Wir sagen, es ist genug!" "Dies sollte eine waffenfreie Welt sein".

Große Kundgebungen fanden unter anderem auch in Atlanta, Baltimore, Boston, Chicago, Los Angeles, Miami, Minneapolis, New York, San Diego und St. Dort war auch Ex-Beatle Paul McCartney unter den Protestlern. Demonstranten vor dem Trump-Tower hielten selbstgemalte Schilder mit Parolen wie "Wenn unsere Führer sich wie Kinder verhalten, müssen Kinder führen" oder "Ich wähle 2020" hoch. Sogar in China sollen sich Menschen versammelt haben.

Auch in vielen deutschen Städten wird demonstriert, in Hamburg geht der Protest um 16.15 Uhr am Rathausplatz los.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag ein Gesetz unterzeichnet, das Hilfen für Schulen im Kampf gegen Waffengewalt sowie etwas schärfere Überprüfungen potenzieller Waffenkäufer vorsieht. Das Weiße Haus veröffentlichte eine Erklärung, in der es hieß: "Wir applaudieren den vielen mutigen jungen Amerikanern, die heute ihr Verfassungsrecht nach Artikel 1 (Recht auf freie Meinungsäußerung) ausüben". Das US-Präsidialamt erklärte, die Sicherheit der Kinder habe für Trump oberste Priorität. Ein ehemaliger Mitschüler hatte dort Mitte Februar 17 Menschen mit einem Schnellfeuergewehr erschossen. Überlebende Schüler hatten danach eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere Waffengesetze gestartet, die mittlerweile zu einer Bewegung mit landesweiten Protesten geworden ist. Allein in Washington versammelten sich am Samstag mehrere Tausend überwiegend junge Leute zu einem "Marsch für unsere Leben".

"Wir werden das zu einem Thema bei Wahlen auf allen Ebenen machen", kündigte der Schüler David Hogg unter dem Jubel der Menge an. Sein Schulkamerad Cameron Kasky versprach, dass der Protest erst der Anfang sei und die Zukunft besser werde. Erst dann kann er in Kraft treten.

Die Protestbewegung ist vorbereitet: In den vergangenen Wochen wurden Spenden eingesammelt, auch sagten zahlreiche Prominente ihre Unterstützung zu: So werden an der Demonstration in Washington die Popstars Miley Cyrus, Ariana Grande und Justin Timberlake teilnehmen. Auch US-Schauspieler George Clooney und seine Frau Amal, die Moderatorin Oprah Winfrey und der Regisseur Steven Spielberg stellten sich an die Seite der Schüler. Die Schülerinnen und Schüler fordern unter anderem ein völliges Verbot von halbautomatischen Waffen in den Händen von Zivilisten und eine generelle Heraufsetzung des Alters bei Waffenkäufen auf 21 Jahre. Trump hatte zwar diesen Monat unter dem Druck der Proteste ein Maßnahmenbündel zur Schulsicherheit verkündet, aber praktisch nichts zur Verschärfung der Waffengesetze unternommen.

Offenbar mit Blick auf den Massenprotest am Samstag stellte die US-Regierung aber ein Verbot von Schnellfeueraufsätzen in Aussicht. Das US-Justizministerium will zudem Schnellfeuervorrichtungen für Gewehre verbieten. Mit diesen Vorrichtungen können halbautomatische Waffen genauso schnell abgefeuert werden wie ein Maschinengewehr.

Einen solchen Aufsatz benutzte im Oktober 2017 Todesschütze Stephen Paddock bei seinem Anschlag auf Konzertbesucher in Las Vegas.

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