Barley: Facebook will alle Betroffenen des Datenskandals informieren

Win McNamee  Getty Images

Berlin. Im Skandal um die unerlaubte Nutzung der Daten von Millionen Facebook-Nutzern hat sich das Unternehmen verpflichtet, alle Betroffenen zu informieren.

Dies sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen der neuen Bundesjustizministerin Katarina Barley (49, SPD) und Vertretern des weltgrößten sozialen Netzwerks in Berlin am Montag.

Wie viele Deutsche von dem Datenmissbrauch genau betroffen sind, ist nach wie vor unklar.

Facebook habe auch Verstöße und Versäumnisse eingeräumt und Besserung zugesichert. Versprechen seien jedoch nicht genug. Mehrere Unternehmen hatten angekündigt, vorerst keine Werbung mehr bei Facebook zu platzieren.

Die FTC nehme die Berichte sehr ernst und es gebe erhebliche Bedenken wegen des Umgangs mit privaten Daten bei Facebook.

Allan erklärte, von den 300 000 Menschen, die sich die App heruntergeladen hätten, seien schätzungsweise ein Prozent Europäer.

Die genauen Zahlen wolle das Unternehmen dieser Tage klären, sagte Barley. Nach der damaligen Funktionsweise von Facebook hatte die App des Professors auch Zugang zu einigen Informationen der Freunde der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer bekommen, etwa deren Likes und Interessen. "Hier geht es wirklich um eine Bedrohung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", warnte Barley.

Die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica soll Daten aus 50 Millionen Facebook-Profilen illegal genutzt haben, u.a. zur vermeintlichen Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl und des Brexit-Referendums.

Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass die britische Analysefirma Cambridge Analytica persönliche Daten von 50 Millionen Facebook-Mitgliedern mutmaßlich auf unlautere Weise einsetzte, um US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zu unterstützen. Hier bedarf es weiterer Untersuchungen.

Inzwischen bestätigte die US-Handelsbehörde FTC, dass sie Ermittlungen gegen den US-Konzern eingeleitet hat. Der Vorsitzende des Komitees, Charles Grassley, teilte mit, er habe Zuckerberg sowie die Chefs des Google-Mutterkonzerns Alphabet und des Kurznachrichtendienstes Twitter für den 10. April zu einer Anhörung eingeladen. Zuckerberg solle sich darüber auslassen, wie Facebook in der Vergangenheit und künftig mit dem Schutz und der Überwachung von Kundendaten umgehe. "Wir gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass Facebook sich zumindest beim Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen außerhalb von Facebook missbräuchlich verhält", sagte Behördenchef Andreas Mundt dem "Tagesspiegel". Den Nutzern sei das nicht bekannt.

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