Volkswagen-Chef Müller verteidigt sein Gehalt

VW Touareg 2018- 48-Volt-Wankstabilisierung und Allradlenkung

Wieso soll der VW-Vorstand auf Gehalt verzichten, wenn es sowohl Aufsichtsrat als auch Großaktionären egal ist, wie viel der Vorstand verdient, Hauptsache Dividende und Aktienkurs stimmen? Er denke, "dass unsere Gehälter angesichts dieser Verantwortung gerechtfertigt sind".

Marc Beises Empörung über VW-Müller & Co. ist wirklich wohlfeil; dass die VW-Manager gegenüber ihren Kunden in den USA ganz andere Entscheidungen treffen, liegt nicht daran, dass sie dort "ihre verdammte moralische Pflicht" erfüllen und die betrogenen Käufer entschädigen - sie tun es, weil es dort Sammelklagen gibt und die Gerichte ganz anders zur Sache gehen als bei uns: Das Unrecht, der Betrug ist offensichtlich - aber bei uns wird ein wenig Empörung gesäuselt und damit hat es sich. Spitzenverdiener ist Vorstandschef Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro einstrich. Die Vergütung der Mitglieder des Konzernvorstands stieg 2017 auf rund 50,3 Millionen Euro - nach 39,5 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Müller hatte im SPIEGEL zwei Gründe für ein hohes Gehalt genannt: Die Relevanz des Unternehmens für die Volkswirtschaft sowie das Risiko, das man als Konzernchef trage: "Als solcher steht man immer mit einem Fuß im Gefängnis". Er hätte "nach den Abgas-Skandaljahren eine höhere Sensibilität gerade der Top-Manager in Wolfsburg erwartet", sagte der CSU-Politiker kürzlich. Aber wo soll das enden? Sie betonten, das nötige Geld für Dieselnachrüstungen sei da und müsse auch dafür ausgegeben werden. "So wie im Wahlkampf".

Für Althusmann wie auch für den niedersächsische Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) sind die Vorstandsbezüge bei Volkswagen ein brisantes Thema. Weil sitzt auch im VW-Aufsichtsrat, das Land Niedersachsen ist ein wesentlicher Anteilseigner von Volkswagen.

► Dem "Spiegel" sagte VW-Chef Müller: "Ich habe nie über die Höhe meines Gehalts verhandelt, auch bei diesem Job nicht". In der DDR hätten die Menschen "sicher andere Probleme als Spitzengehälter von Managern" gehabt.

Müller soll die Aufklärung der millionenfachen Manipulation von Abgaswerten vorantreiben und den Konzern zugleich ins Zeitalter der Elektro-Mobilität führen. Das Volkswagen-Spitzenmanagement müsse "weiblicher, jünger und internationaler" werden. Mit Blick auf die aktuelle Führungsebene sagte der 64-Jährige dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" (Bezahlinhalt) "Das ist ein riesiges Problem des Konzerns". Bei der Regelung seiner Nachfolge wolle er einmal mitreden, fügte Müller an. "Ich würde auf jeden Fall gerne mit dem Aufsichtsrat diskutieren, wie der Konzern nach meiner Zeit geführt werden soll und von wem". Müller war im September 2015 an die VW-Konzernspitze geholt worden. Den Vorsitz des Kontrollgremiums strebe er jedoch nicht an: "Das ist zu viel Arbeit, wenn man es richtig macht".

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