Abgas-Affäre: Audi-Chef Stadler festgenommen

Volkswagen und Audi bestätigten die Festnahme Stadlers und erklärten, für ihn gelte weiterhin die Unschuldsvermutung. Bei der Haftrichterin machte Stadler laut Staatsanwaltschaft keine Angaben zur Sache. Ingenieure von Audi sollen die Software mitentwickelt haben, die später auch bei Fahrzeugen von Volkswagen eingebaut wurde, um Dieselabgaswerte zu schönen.

Um welche Hinweise es sich handelte, wollte der Sprecher nicht sagen. Stadlers Verteidiger war für eine Anfrage bisher nicht zu erreichen.

Es bestehe Verdunkelungsgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft München am Montag mit. Dabei sollte auch der Fortgang der Diesel-Aufklärungen ein Thema sein. Außerdem steht noch eine weitere Geldbuße gegen den Volkswagen-Konzern im Raum.

Vergangene Woche wurden Stadlers Privaträume durchsucht. Ähnliches könnte auch in München passieren, wo die Staatsanwälte wegen der Dieselaffäre gegen Audi ermitteln. Ihnen werden jeweils Betrug sowie "mittelbare Falschbeurkundung" zur Last gelegt.

Nach Recherchen des Handelsblatts liegen den Staatsanwälten schon länger zahlreiche Unterlagen vor, die darauf hindeuten, dass Stadler von den Manipulationsvorgängen gewusst haben müsste - und sie als Unternehmenschef vielleicht sogar billigte. Obwohl er über die Manipulationen informiert gewesen sei, habe er die Herstellung und den Verkauf der Autos weiter in Kauf genommen.

Audi-Chef Rupert Stadler ist am Montagmorgen vorläufig festgenommen worden. Die Haftprüfung dauere nach Informationen des VW-Sprechers noch an. Dass Stadler abgelöst werden könnte, galt in Aufsichtsratskreisen als unwahrscheinlich.

Audi soll in den USA und Europa von 2009 an rund 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben. Seit Ende 2015 hatten sechs Audi-Vorstände ihren Hut nehmen müssen. Gegen ihn waren immer wieder Rücktrittsforderungen laut geworden.

Nach der Festnahme Stadlers gaben die Vorzugsaktien von Volkswagen am Montag deutlich nach. Am späten Vormittag notiert der VW-Kurs 1,9 Prozent im Minus bei 157,88 Euro. Der Verdacht: Betrug im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre.

Mitarbeit: René Bender, Lars Ophüls und Julia Rotenberger.

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