Ermittler nehmen Audi-Chef Stadler fest

Audi AG- Rupert Stadler

Wegen des Verdachts auf Verdunkelung - der Vernichtung von Beweisen und der Beeinflussung von Zeugen - ließ die Behörde Stadler in Haft nehmen. Er sitzt wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft. Die Aufarbeitung geht in die entscheidende Phase, an den Kern der Affäre: die handelnden Personen.

Wegen der laufenden Ermittlungen könne sich Volkswagen inhaltlich nicht zu dem Fall äußern. Das sollte etwa die US-Kanzlei Jones Day intern für VW aufklären. Der Bericht hat es nie an die Öffentlichkeit geschafft. Nun erhöhen die Ermittler offenbar den Druck. Der Vorwurf lautet Betrug. Der Niederländer Schot (56), der im Audi-Vorstand für Vertrieb und Marketing zuständig ist, werde nun auch als Gast an Sitzungen des VW- Konzernvorstands teilnehmen, erklärte der VW-Aufsichtsrat. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte in der vergangenen Woche eine Milliarde Euro Geldbuße gegen den Konzern wegen Aufsichtspflichtsverletzung im Abgasskandal verhängt. Die Münchner Staatsanwaltschaft begründet den Haftbefehl mit "Verdunkelungsgefahr".

Ob Spitzenmanager die Manipulationen angeordnet haben, ist offen.

Audi soll in den USA und Europa von 2009 an rund 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben. Das etwa wird Stadler angelastet.

Vergangene Woche hatten Ermittler Stadlers Privaträume durchsucht. Stadler kann jederzeit Beschwerde gegen die Untersuchungshaft einlegen und eine Haftprüfung beantragen. Stadler wolle sich vor einer Vernehmung erst mit seinem Anwalt beraten.

Stadler stand seit 2007 an der Audi-Spitze. Als Interimsnachfolger übernimmt Vertriebschef Bram Schot. Ein Sprecher des VW-Eigners Porsche SE sagte: "Es ist klar, dass sich der VW-Aufsichtsrat mit dem Thema beschäftigen wird". Er sollte den Neuanfang bringen. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen. Der Verdacht auch hier: Marktmanipulation.

Ermittlungen gegen VW laufen seit September 2015, als ruchbar wurde, dass der Autokonzern über Jahre die Abgasreinigung mithilfe einer Software manipuliert hatte. Aber in Stadelheim sitzt seit September bereits ein anderer Beschuldigter im Audi-Dieselskandal ein, ein ehemaliger Porsche-Vorstand. Sie wirft ihm in der 42-seitigen Anklageschrift Verschwörung zum Betrug vor. Wenig später entließ der Konzern S. Ein weiterer ehemaliger Motorenentwickler von Audi wurde gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen.

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