Trump überrascht von Harley-Davidson-Ankündigung - Motorradbauer reagiert auf EU-Zölle

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Für Trump ist der Schritt des weltbekannten Motorradherstellers ein Rückschlag, hatte er doch seine Zollpolitik stets mit dem Prinzip "Amerika zuerst" begründet. Das Unternehmen teilte daraufhin am Montag mit, die Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland sei nun "die einzige tragfähige Option", um weiter ein überlebensfähiges Geschäft in Europa zu betreiben.

U.S. President Donald Trump and his Commerce Secretary nominee Wilbur Ross (L) meet with representatives of Harley-Davidson at the White House in Washington, U.S. February 2, 2017.

Mit den am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Vergeltungszöllen für US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais und Motorräder reagierte die EU auf zuvor von Trump verhängte Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa. Nun reisst ausgerechnet der Motorradhersteller wegen Strafzöllen der EU die Reissleine - und will zum Teil im Ausland produzieren.

Trump schrieb nun, dass Harley-Davidson schon vor dem Zollstreit angekündigt habe, einen Großteil seiner Produktion in Kansas City im Bundesstaat Missouri nach Thailand auszulagern. "Wir bringen andere Länder dazu, Zölle und Handelshemmnisse, die seit Jahren ungerechtfertigterweise gegen unsere Landwirte, Arbeitnehmer und Unternehmen verwendet werden, abzubauen und zu beseitigen", schrieb Trump. Die Firma hat bereits Fabriken in Brasilien, Indien und Australien, eine in Thailand wird derzeit gebaut. Der US-Präsident ist hoch erzürnt und droht mit Konsequenzen. Joe Capra, Vorsitzender der Maschinenschlosser-Gewerkschaft, sagte im Radiosender NPR, dass die Ankündigung von Harley-Davidson "ein Schlag ins Gesicht der amerikanischen Arbeiter" war.

Das Unternehmen hatte argumentiert, die Anhebung der EU-Zölle von bisher 6 auf 31 Prozent mache ein Motorrad von Harley-Davidson in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer.

Am Beispiel Harley-Davidson kritisiert Trump gerne die aus seiner Sicht schädlichen Folgen von Handelsbarrieren anderer Länder für US-Unternehmen. Die Aktie sackte am Montag an der Börse um fast sechs Prozent ab. Dabei sei es die EU, die wiederholt "unfaire Handelspraktiken" anwende. Sie gehe davon aus, dass US-Unternehmen "die US-Regierung unter Druck setzen", die Strafzollpolitik zu stoppen.

Bis dahin war Trump eigentlich ein großer Fan der Firma gewesen. Die Entwicklung bei Harley-Davidson sei ein "weiterer Beweis dafür, welchen Schaden einseitige Zölle anrichten können", erklärte der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Er stammt aus Wisconsin, wo Harley-Davidson seinen Hauptsitz hat.

Die Mitarbeiter des Motorradbauers scheinen unterdessen nicht die Schuld bei Trumps Handelspolitik zu suchen. Die vom US-Präsidenten bereits seit längerem angedrohten Aufschläge auf Auto-Einfuhren würden vor allem Deutschland hart treffen.

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