Im Juni 2,276 Millionen Arbeitslose in Deutschland

Arbeitslosenquote im Südwesten sinkt auf 3 Prozent

Die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Im Vergleich zum Vormonat waren 40.000 Männer und Frauen weniger ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag in Nürnberg mitteilte.

Die Arbeitslosenquote sank im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent und könnte nach Ansicht von KfW-Chefökonom Jörg Zeuner zum Jahresende erstmals seit der Wiedervereinigung unter diese Marke fallen.

BA-Chef Detlef Scheele erklärte, der Arbeitsmarkt entwickele sich weiter günstig.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Juni etwas abgeschwächt. Die Arbeitslosigkeit würde im Jahresdurchschnitt um etwa acht Prozent sinken. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen Rückgang um 7.500 vorausgesagt. Die bereinigte Arbeitslosenquote verblieb bei 5,2 Prozent.

Die Zahl der Jobsucher in Deutschland ist weiter gesunken. In Rottal-Inn hatten im Juni 1596 Menschen keine Beschäftigung, 96 weniger als im Mai. So haben sich mit 3.098 Personen 362 weniger arbeitslos gemeldet als im Mai.

Seit Beginn des Beratungsjahres im vergangenen Oktober haben sich 3.171 junge Menschen bei der Agentur für Arbeit gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Ausbildung zu erhalten. Die Beschäftigungssituation hierzulande sei nicht komplett vom Export und dem Handel mit den USA abhängig, sondern werde stark von der Binnennachfrage gestützt. Das erste Halbjahr 2018 liege immer noch deutlich über den Vorjahreswerten, teilte die Behörde mit.

Der Jobboom hat aber auch seine Schattenseiten: Bei Pflegeberufen kämen derzeit "27 Arbeitslose auf 100 gemeldete Stellen - wir sehen einen flächendeckenden Fachkräfteengpass", sagte Scheele. Zum Vergleich: Der allgemeine Durchschnitt liege bei 109 Tagen. Sie sank damit saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 16.000.

Die Arbeitslosigkeit ging somit im fünften Monat in Folge zurück. Die Quote liegt jetzt bei 2,6 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Juni 2017.

Der Grünen-Arbeitsmarktexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn forderte einen verbesserten Zugang zum Arbeitslosengeld I. Von den 1,46 Millionen als kurzzeitarbeitslos registrierten Menschen erhielten nur 651.000 und damit weniger als die Hälfte das Arbeitslosengeld I, die übrigen landeten direkt bei Hartz IV.

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