WAZ: Thyssenkrupp und Tata besiegeln Stahlfusion

WAZ: Thyssenkrupp und Tata besiegeln Stahlfusion

Nach intensiven Verhandlungen in den vergangenen Tagen hätten sich die Unterhändler beider Unternehmen geeinigt, ihre europäischen Stahlsparten zusammenzulegen, berichtete das "Handelsblatt" am Donnerstag unter Berufung auf das Umfeld der Gesprächspartner. Die Transaktion steht allerdings unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden, unter anderem in der Europäischen Union. Es gebe jährlich wiederkehrende Synergieeffekte in Höhe von 400 bis 500 Millionen Euro. Geplant ist ein Joint Venture, an dem Thyssenkrupp und Tata je 50 Prozent halten.

Nach Informationen unserer Redaktion soll sich der Thyssenkrupp-Konzernaufsichtsrat am Freitag (29. Juni) treffen, um das von Vorstandschef Heinrich Hiesinger angestrebte Bündnis mit dem indischen Konzern Tata zu besiegeln.

Schon seit einigen Monaten ist klar, dass von den rund 27.000 Arbeitsplätzen in der Stahlsparte von ThyssenKrupp und den 21.000 von Tata Steel Europe jeweils bis zu 2000 wegfallen sollen.

Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Thyssenkrupp Tata Steel B.V. soll seinen Sitz in den Niederlanden haben. Weitere Einzelheiten wollen die Beteiligten am Montag auf einer Pressekonferenz in Brüssel bekanntgeben.

Zuletzt sei insbesondere die Bewertung der Stahlsparte von Thyssenkrupp strittig gewesen, die sich deutlich besser entwickelt habe als das Europageschäft von Tata, hieß es. Entstehen soll Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48.000 Mitarbeitern. Zuletzt war er immer wieder unter Druck geraten, weil Anteilseigner mehr Tempo bei dem seit langem angekündigten Umbau des Ruhrkonzerns gefordert hatten. Insbesondere der US-Investor Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott hatten den Konzernchef scharf attackiert.

Bedenken gegen die Fusion waren zunächst vonseiten der Arbeitnehmer gekommen. Die Dauer der Fusionsdebatte und die Fusionsverhandlungen seien "eine Zumutung für die Belegschaft, die Betriebsräte und die IG Metall" gewesen, sagte Wetzel. Der Manager, der 2011 von Siemens kam, um den Industrieriesen zu sanieren, konzentriert sich auf Aufzüge, Industrieanlagen und das Geschäft mit der Autoindustrie, wo der Konzern bereits heute zu den ganz Großen gehört. "Dabei ist es gelungen, die unterschiedlichen Formen der Mitbestimmung in den jeweiligen Ländern so zu berücksichtigen, dass die Grundidee eines integrierten Unternehmens mit einer gemeinsamen Führung zu verwirklichen ist".

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