Tarifflucht: Verdi ruft Real-Mitarbeiter zum Streik auf

Real Supermarkt bei Nacht

Nur noch 1.260 statt 1.550 Euro?

Bei Real mache sich deshalb Demotivation breit, heißt es bei Verdi.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette für Freitag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. In Hessen beteiligen sich nach Angaben der Gewerkschaft Real-Mitarbeiter aus Darmstadt, Dreieich (Offenbach), Eschborn (Main-Taunus), Groß-Gerau, Groß-Zimmern (Darmstadt-Dieburg), Kassel, Wiesbaden-Äppelallee und Wiesbaden-Mainzerstraße. Verdi rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern.

Trotz eines bundesweiten Streiks bei den Real-Märkten sollen nach Unternehmensangaben alle Supermärkte am Freitag geöffnet bleiben. Es könne aber "zu minimalen Beeinträchtigungen" beim Einkaufen kommen. Der Mutterkonzern Metro habe zuvor Real in eine andere Gesellschaft übertragen. Hintergrund des Streiks ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden.

Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: "Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten".

"Den betroffenen Beschäftigten droht dadurch nicht bloß ein großer Verlust an Einkommen, sondern akut Armut trotz Arbeit und erst recht im Alter", sagte Verdi-Landesfachbereichsleiter Handel, Bernhard Schiederig. "Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin. Wenn nötig, würden weitere Streik- und Aktionstage folgen.

Die Gewerkschaft wirft dem Real-Mutterkonzern Metro Tarifflucht vor.

Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie vielen Wettbewerber zu tragen hätten, kritisierte Koch. Nachdem Metro Real jedoch in den kleineren Arbeitgeberverband AHD ausgelagert hatte, wurden Verträge mit der Konkurrenzgewerkschaft DHV geschlossen.

Das Unternehmen bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

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