Proteste: Augenzeugen: Erstmals scharfe Munition gegen Demonstranten in Bagdad eingesetzt

Irakische Demonstranten legen Feuer vor dem iranischen Konsulat in Kerbala

Wie die Augenzeugen berichteten, fielen die Schüsse in der Umgebung des Sitzes des Staatsfernsehens in der irakischen Hauptstadt. Die Polizei hatte versucht die Menge mit Tränengas zurückzudrängen, die Demonstranten zogen sich hinter Barrikaden zurück. Seitdem wurden mehr als 250 Menschen bei den Protesten getötet, die meisten davon Demonstranten.

Zuletzt wurden mehrere Demonstranten durch Tränengas-Granaten der Sicherheitskräfte getötet. Ein Video der Nachrichtenagentur Reuters zeigt, wie Sicherheitskräfte einen Demonstranten mit scharfer Munition erschießen. Diese sind laut Sicherheitskreisen deutlich gefährlicher als herkömmliche Tränengas-Granaten und können nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Schädel durchschlagen.

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Irak sind binnen 36 Stunden mindestens zehn Menschen von Sicherheitskräften getötet worden. Die Demonstranten forderten trotz Reformversprechen weiterhin den Sturz der Regierung.

Die Wut der Demonstranten richtet sich seit einigen Tagen zunehmend gegen den Iran.

Der Iran hat wie auch die USA grossen Einfluss im Irak. Während sich Washington mit Äußerungen zur Krise in dem Land bisher zurückhielt, reiste der iranische General Ghassem Suleimani im vergangenen Monat mehrfach in den Irak.

Suleimani ist der Kommandant der Elitetruppe für Auslandseinsätze der Revolutionsgarden.

Etliche von Iran kontrollierte Milizen haben im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat eine wichtige Rolle gespielt. Im Iran gilt der General als Kriegsheld und geniesst grosses Ansehen.

Bereits in der Nacht zum Montag waren in der Schiitenhochburg Kerbela vier Demonstranten getötet worden. Teilnehmer versuchten nach Berichten von AFP-Korrespondenten, über die Mauern des Konsulats zu klettern und Feuer zu legen.

"Sie wollen uns töten, nicht auseinander treiben", beklagte ein Demonstrant das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Die Zahl der Todesopfer der Proteste seit Anfang Oktober stieg so auf mehr als 260. Auch in Libanon stellt sich Iran gegen die Demonstranten, die wie im Irak eine grundlegende Erneuerung des politischen Systems fordern.

Die von Studenten und Gewerkschaften organisierte Protestbewegung wendet sich mittlerweile gegen die gesamte politische und religiöse Führung des Landes. Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi kündigte an, zurückzutreten, sobald ein Ersatz für ihn gefunden sei. "Zahlreiche Forderungen" der Protestbewegung seien bereits erfüllt worden.

Um den Protesten Einhalt zu gebieten, haben die Behörden soziale Reformen und vorgezogene Neuwahlen vorgeschlagen.

Zahlreiche Menschen haben sich in der Stadt Umm Kasr zu einer Sitzblockade eingefunden. Im südlichen Amara blockierten Demonstranten den Zugang zu zwei Ölfeldern, in der südlichen Stadt Um Kasr den Weg zum Hafen. Dutzende Schiffe wurden an der Entladung ihrer Waren gehindert.

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