Jahrzehntelang verschwunden: Hirschferkel-Art in Vietnam wiederentdeckt

Vietnam-Kantschil im Wald

Das letzte Exemplar dieser Art wurde 1990 gesichtet. Und das Expertenteam hatte Erfolg: Mehr als 200 Mal ist ihnen das Vietnam-Kantschil (Tragulus versicolor) in die Fotofalle gelaufen. Für sie war das Tier, das nur in Vietnam vorkommt, nie verschwunden. Damit sind die Vietnam-Kantschile die erste wiederentdeckte Art der "Liste der 25 meistgesuchten verlorenen Spezies" der GWC. Das Tier könne wissenschaftlich als wiederentdeckt gelten, schrieben die Experten um Tilker, der gerade Doktorand am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin ist. Dafür befragten sie zunächst Einheimische. Dort, wo solche Sichtungen gemeldet worden waren, stellten die Wissenschaftler dann Kamerafallen auf.

Überraschenderweise ergab sich nach fünf Monaten mit drei Wildtierkameras ein erfreulicher Befund: Insgesamt waren 275 Aufnahmen der verloren geglaubten Hirschferkel entstanden. Davon motiviert, richtete das Team in der Folge weitere 29 Kameras in derselben Gegend ein und gelangte im Verlauf weiterer fünf Monate zu unglaublichen 1.881 Fotos der katzengroßen Vietnam-Kantschile. Die Bilder und Videos sind die ersten, die von lebender Exemplaren gemacht wurden und damit Beweise für die Existenz dieser Art.

"Trotz der Hinweise aus der Bevölkerung konnten wir nicht sicher sein, was uns erwartet". "Für eine sehr lange Zeit existierte diese Art nur noch in unserer Vorstellung". Doch die Freude der Forscher, das ausgestorben geglaubte Tier nun wiederzuentdecken, ist umso größer. Diese Entdeckung, die bestätigt, dass diese Huftiere tatsächlich noch in der Wildnis leben, ist der erste Schritt, um sicherzustellen, dass wir sie nicht wieder verlieren. Noch ist allerdings unklar, wie viele einzelne Tiere die Aufnahmen darstellen. "Die Arbeit beginnt erst jetzt so richtig", erklärt Barney Long von der GWC. Dazu gehört auch die antilopenähnliche Saola (das asiatische "Einhorn"), die erst 1992 entdeckt wurde und die noch kein Biologe in freier Wildbahn gesehen hat. "Die Wissenschaft weiß daher nahezu nichts über die Biologie und Ökologie oder den Bedrohungsstatus dieser Art", erläutert die Pressemitteilung des Leibniz-Instituts. Im Truong-Son-Ökosystem, zu dem auch die Region gehört, in der das Vietnam-Kantschil wiederentdeckt wurde, hat diese Wilderei zu "leeren" Wäldern geführt, in denen zahlreiche Tierarten am Rand des Aussterbens stehen.

"Die Wiederentdeckung des Vietnam-Kantschils gibt auch uns große Hoffnung für den Erhalt der biologischen Vielfalt Vietnams, insbesondere bedrohter Arten", kommentiert Hoang Minh Duc von der Vietnamesischen Akademie der Wissenschaften in Ho-Chi-Minh-Stadt. "Dies ermutigt uns, zusammen mit unseren internationalen Partnern Zeit und Mühe in die weitere Erforschung und den Erhalt des vietnamesischen Biodiversitätserbes zu investieren".

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