Wahlleitung erklärt Lukaschenko nach Gewalt-Nacht zum Sieger

Wahl in Belarus Ein Frauen Trio will Lukaschenkos Herrschaft beenden. Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa Die drei Frauen wollen Belarus demokratischer machen

Die Proteste gegen Wahlfälschungen zeigten, dass die Menschen "aufgewacht" seien und um ihre Freiheit kämpfen. Die Opposition hat bereits neue Proteste angekündigt. Unterstützung kann der Autokrat Lukaschenko jedenfalls keine erwarten. "Ein vom Regime bestelltes, gnadenlos gefälschtes Ergebnis", sagen Vertreter der Opposition und behaupten, in Wirklichkeit habe ihre Kandidatin haushoch gewonnen.

Lukaschenko will nach mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht in eine sechste Amtszeit gehen. Der Sicherheitsapparat geht hart gegen das eigene Volk vor. "Unser Ziel ist es, Lukaschenko abzusetzen", sagte der 34-jährige Demonstrant Pawel zu AFP. "Er ist es nicht wert, Präsident zu sein". Nach Angaben der litauischen Regierung hält sie sich derzeit in Litauen auf. Sie sei in Litauen und in Sicherheit, twitterte der litauische Außenminister Linas Linkevicius am Dienstag.

Ein Mann wird in Belarus von Polizisten abgeführt. Die Europäische Union hatte beispielsweise 2010 Sanktionen gegen Belarus verhängt, nach einer Präsidentenwahl und der Niederschlagung oppositioneller Proteste. In mindestens vier Stadtteilen von Minsk kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die versuchte, die Protestierenden mit Blendgranaten und Gummigeschossen auseinander zu treiben. In sozialen Medien gab es Berichte, wonach Sicherheitskräfte erneut brutal gegen friedliche Demonstranten vorgingen. Die Demonstranten sollten sich der Polizei nicht entgegenstellen, sagte sie in einer Videobotschaft an die Demonstranten, die Berichten zufolge unter Druck der Behörden vor ihrer Ausreise nach Litauen aufgenommen worden war. 200 Verletzte lagen am Dienstag im Krankenhaus, wie Ärzte mitteilten.

Blutüberströmte Gesichter. Verrenkte Gliedmaßen. Er drohte mit dem Einsatz der Armee. Insgesamt sollen sich an den Protesten mehr als 100.000 Menschen beteiligt haben, die Sicherheitskräfte schlugen die Proteste gegen Amtsinhaber Lukashenko brutal nieder. An einigen Stellen wurden Barrikaden errichtet.

Auch am Montagabend protestierten Tausende Menschen in Belarus gegen das Resultat der Wahl. Ein Video zeigte einen Mann, der auf das Dach eines Einsatzwagens sprang. Verurteilt werde auch Gewalt gegen friedlich demonstrierende Bürger und die Festnahme von Journalisten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Lukaschenkos Gegnerin, Swetlana Tichanowskaja, kam demnach nur auf 9,9 Prozent der Stimmen. Auf diese Weise wolle sie "Provokationen vermeiden", sagte Anna Krasulina, die Sprecherin der Präsidentschaftskandidatin, zu AFP. "Dass Tichanowskaja das Land in Richtung Litauen verlassen hat, ist besser - dort ist sie sicher", sagte der 51-jährige Ingenieur Jakow.

Die Wahlkommission in Belarus (Weißrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko (65) zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Sie will eine Neuauszählung der Stimmen erreichen. Sie betrachtet sich selbst allerdings als Siegerin und wirft Lukaschenko Wahlbetrug vor.

Wenige Stunden nach ihrer geglückten Flucht aus dem von schweren Unruhen erschütterten Weißrussland hat sich die bisherige Oppositionsführerin und mutmaßliche Wahlgewinnerin Swetlana Tichanowskaja an die Öffentlichkeit gewandt. Danach herrschte Rätselraten über ihren Aufenthaltsort. Der staatlichen Wahlkommission zufolge soll Tichanowskaja gerade einmal zehn Prozent erhalten haben. "Das weckt Sorgen hinsichtlich ihrer Sicherheit", fügte der Chefdiplomat hinzu. Die von Tichanowskajas Mann Sergej vor seiner Inhaftierung gegründete Bewegung Ein Land zum Leben (Strana dlja Schisni) schrieb nach siebenstündigen Kundgebungen: "Das war ein historischer Abend". Sie stellte sich zur Wahl, weil ihr Ehemann, ein Videoblogger, als Kandidat nicht antreten durfte und verhaftet wurde. Nach der Freilassung politischer Gefangener und der gewaltfrei verlaufenen Wahl 2015 wurden die Sanktionen aufgehoben.

Related:

Comments

Latest news

Favre bestätigt Kontakte zu Reinier: "In der Pipeline"
Beim BVB könnte er neben Giovanni Reyna als zweite Alternative für den noch immer verletzten Marco Reus eingeplant werden. Demnach soll er vom spanischen Rekordmeister aus Madrid für zwei Jahre an den Revierclub verliehen werden.

Kollegin sicher: Tom-Cruise-Tochter muss zu Scientology
Umso erstaunter war sie, als Holmes ihn 2012 plötzlich verließ: "Ich kannte Katie, als sie bei Scientology war". Seit Jahren soll Tom Cruise nun schon keinen Kontakt mehr zu seiner Tochter Suri Cruise haben.

Die Siberian Health Company
Und schließlich die Chronobiologie, die die biologischen Rhythmen und ihre Verbindung zur menschlichen Gesundheit erforscht. Das Unternehmen gründete im Jahr 2007 eine weitere Produktionsstätte, die bis 2010 erweitert und modernisiert wurde.

Novoline Spiele kostenlos online spielen
Dank ausführlicher Erklärungen schaffen sich Spielerinnen und Spieler schon vor Spielbeginn einen Überblick. Für Freunde klassischer Unterhaltungsspiele stehen verschiedene Roulette und Blackjack Versionen zur Verfügung.

IS bekennt sich zu Anschlägen auf das Parlament in Teheran
Ein Dritter Angreifer wurde verhaftet, dennoch ist vom IS bisher keine offizielle Verlautbarung getroffen worden. Der iranische Geheimdienst sprach von Terroranschlägen, ohne jedoch direkt den IS zu erwähnen.

Other news