Vor Klinik: Kranker Trump jubelt Anhängern zu - Arzt tobt

Bild zu Nach positivem Coronatest bei US-Präsident Trump

"Ich fühle mich besser als vor 20 Jahren!". James Phillips, ein behandelnder Arzt im Walter-Reed-Militärkrankenhaus, twitterte, dass Trumps kurzer Ausflug "Theater" sei und bezeichnete die Aktion des Präsidenten als "Wahnsinn".

Trump inszenierte seine Ankunft am Montagabend als Demonstration von Stärke: Er stieg die Treppe zum Balkon auf der Südseite seiner Residenz hoch, nahm dort die Gesichtsmaske ab und salutierte dem Piloten seines abfliegenden Hubschraubers.

"Fühle mich wirklich gut!", schrieb er am Montag in einem Tweet und kündigte an, er werde das Walter-Reed-Krankenhaus um 18.30 Uhr (Ortszeit/Dienstag 00.30 Uhr) verlassen.

Trump war in der Klinik unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel behandelt worden. Gesundheitsexperten kritisierten Trumps Auftritt scharf.

"Ich habe einen starken Verdacht, dass ihm das geholfen hat", sagte Fauci im Nachrichtensender CNN. Das Mittel war von der Biotech-Firma Regeneron auf Anfrage der Präsidenten-Ärzte bereitgestellt worden.

Trump bekräftigte seinen Aufruf an die Amerikaner, sie sollten sich nicht vor dem Virus fürchten. "Lasst es nicht Euer Leben beherrschen". In einer zuvor aufgenommenen Videobotschaft, die später auf Trumps Twitter-Profil veröffentlicht wurde, sagte der Präsident: "Ich mache gleich einen kleinen Überraschungsbesuch". Mit seinen 74 Jahren gehört Trump zu einer Corona-Risikogruppe. "Es ging mir nicht so gut", sagte er dann im Video zu seiner Erkrankung. Die Folge: In Umfragen hat der Präsident jetzt richtig zu kämpfen ... Er wirkte immer noch etwas kurzatmig. Am Samstag hatte es noch geheißen, dass Trump noch nicht über den Berg sei.

Das Weiße Haus wies die Kritik zurück.

Das Weiße Haus hatte Trumps Verlegung ins Krankenhaus am Freitag als reine Vorsichtsmaßnahme dargestellt. Er benötige nichts, wofür er im Krankenhaus bleiben müsse. Auch sei Trump am Freitag mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt worden. "Wie bei jeder Krankheit gibt es Höhen und Tiefen", sagte Conley. Trumps Leibarzt Sean Conley will noch eine Pressekonferenz geben.

Dennoch standen noch Fragen nach dem wahren Gesundheitszustand des Präsidenten im Raum.

Der demokratische Senator Brian Schatz beschuldigt Trump, seine eigenen Sicherheitsleute zu gefährden: "Sie sind sich des mit dem Job verbundenen Risikos bewusst, aber das Risiko sollte nicht der zu schützenden Person ausgehen".

Auf Kurs ist auch die Debatte des stellvertretenden Präsidenten Mike Pence mit Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris am Mittwochabend in Salt Lake City im Bundesstaat Utah.

Das US-Wahljahr wird von der Corona-Pandemie überschattet. Bisher starben in den Vereinigten Staaten mehr als 210.000 Menschen nach einer Corona-Infektion.

Trump, der sich am 3. November eine zweite Amtszeit sichern will, werden schwere Versäumnisse im Umgang mit der Pandemie vorgeworfen. Aus einem schwarzen Geländewagen heraus winkte Trump am Sonntag (Ortszeit) seinen Fans zu. Das missfällt den Ärzten.

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