EU-Behörde warnt: Hohe Unsicherheit zu Corona-Risiken durch Nerz-Varianten

Lastwagen lädt gekeulte Minke auf einem Militärgelände ab Bild AFP

Regierungschefin Frederiksen hatte letzten Mittwoch die Tötung der rund 17 Millionen Nerze im Land angekündigt, nachdem bei einigen Tieren eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form des Corona-Virus entdeckt worden war. Es gebe keine rechtliche Grundlage, Nerzzüchter außerhalb der Risikogebiete aufzufordern, ihre Tiere zu keulen.

Gleichzeitig rief Jensen die Züchter auf, die Notschlachtungen trotzdem wie geplant fortzusetzen. Ihre derzeitige EU-Ratspräsidentschaft müsse die Bundesregierung nutzen, um eine Initiative für ein Verbot der Pelztierhaltung in Europa anzuschieben, sagte die Tierschutzexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe).

Die Regierung hat den Pelztierzüchtern übrigens einen Bonus in Aussicht gestellt, wenn sie ihre Tiere innerhalb weniger Tage keulen. In einem neuen Brief der Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen an die dänischen Nerzzüchter hieß es nun am Dienstag, man bedauere, dass aus einem vorherigen Schreiben vom Freitag nicht hervorgegangen sei, dass es sich um eine "Aufforderung" der schnellstmöglichen Tötung gesunder Bestände außerhalb der 7,8-Kilometer-Zonen gehandelt habe. Angesichts der Vorbehalte bei einer Mehrheit der Abgeordneten wird der Entwurf der sozialdemokratischen Minderheitsregierung nun aber wie gewöhnlich in drei Lesungen behandelt. Seit Donnerstag dürfen deshalb die Einwohner der am schwersten betroffenen Gemeinden ihre Region nicht mehr verlassen.

Erstmeldung: Kopenhagen - Mehr als 200 Menschen haben sich nachweislich mit der in Dänemark entdeckten Variante des Coronavirusinfiziert. Deshalb besteht die Hoffnung, dass der Virus-Stamm beim Menschen bereits wieder verschwunden ist. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnt angesichts der besorgniserregenden Lage der Nerze in Dänemark vor der Verbreitung von Coronavirus-Varianten bei den Pelztieren.

Wissenschaftler befürchten, dass diese Mutation die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte. Sie können entstehen, wenn das Virus vom Menschen auf die Tiere übertragen wird, sich dort im Bestand ausbreitet und wiederum verändern kann und dann wieder auf den Menschen übertragen wird. Aufgrund der hohen Infektionszahl und möglicherweise auch durch biologische Unterschiede zwischen Nerzen und Menschen könne das Virus Sars-CoV-2 so schneller Mutationen anhäufen. Sie ist bislang bei zwölf Menschen in der Region Nordjütland nachgewiesen worden, weshalb die Regierung für weite Teile der Region strenge Corona-Maßnahmen erlassen hat. Falls die neuen Varianten eines Coronavirus sich weit in der Bevölkerung verbreiten, könnten die bisherigen Forschungen an Impfstoffen quasi obsolet sein.

Related:

Comments

Latest news

Harter Lockdown: Ausgangsbeschränkung gilt bald rund um die Uhr
Medienberichten zufolge, berät die Bundesregierung am Freitag über die Verschärfung der aktuellen Maßnahmen. Die Impfung hat eine andere Wirkungsweise als herkömmliche Impfstoffe, wie diese Animation zeigt.

Republikaner sichern sich Hälfte der Sitze im mächtigen US-Senat
Zwar konnte dessen Demokratische Partei ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus - der anderen Kongresskammer - verteidigen. Mit der Stimmenmehrheit im Senat können die Republikaner einem möglichen Präsidenten das Regieren deutlich erschweren.

Medienbericht: Dutzende Personenschützer von Donald Trump mit Virus infiziert oder in Quarantäne
Generell gerät die Virus-Situation in den USA immer mehr außer Kontrolle: Alleine am Donnerstag gab es 153 496 neue Infektionen. Zahlreiche Wahlkampfauftritte des noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump dürften die Ursache sein.

US-Wahl 2020: Republikaner fordern Geheimdienst-Briefings für Joe Biden
Trump weigert sich nach wie vor, den Wahlsieg Bidens anzuerkennen, und inszeniert sich als Opfer massiven Wahlbetrugs. Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat laut Prognosen weiterer Fernsehsender auch den Bundesstaat Arizona gewonnen .

Neuer Taifun nähert sich Philippinen
Bei den vier Stürmen, die in den vergangenen Wochen über die Philippinen gefegt waren, kamen mehr als 50 Menschen ums Leben. Auf der Hauptinsel Luzon, auf der auch die Hauptstadt Manila liegt, wurden Taifun-Warnschilder aufgestellt.

Other news