Kampf gegen Corona: So funktioniert der digitale Impfpass

Das Bundesgesundheitsministerium hat IT-Unternehmen mit der Entwicklung eines „Digitalen Impfpasses“ beauftragt

Die Entscheidung ging aus der Online-Ausgabe des Amtsblatts der Europäischen Union am Montag hervor. IBM hat sich dazu noch nicht geäußert, beworben hatte sich darum auch die Deutsche Telekom. Nun werden die Pläne für einen solchen Nachweis, der das gelbe Impfheft zunächst ergänzen soll, konkreter.

Die Deutsche Telekom, die zusammen mit SAP die Corona-Warn-App entwickelt hatte, kommt damit diesmal nicht zum Zug. Bis eine rein digitale Impfbescheinigung auch wirklich vorhanden ist, soll es laut Amtsblatt rund 12 Wochen dauern.

Weil vor allem Touristik- und Reisekonzerne große Hoffnung in Impfnachweise setzen, damit der Reiseverkehr wieder an Fahrt gewinnt, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den digitalen Impfpass vor den deutschen Sommerferien anbieten. Wie genau das Endprodukt aussieht, ist hingegen noch offen.

"Die Ubirch-Lösung dürfte auch deswegen den Zuschlag bekommen haben, da sie bereits fertig programmiert und in zwei Landkreisen in Bayern und Baden-Württemberg im Einsatz ist", sagt Ubirch-Chef Stephan Noller. Dafür reicht die in dem QR-Code hinterlegte Ortsinformation.

"All diese Daten bleiben bei der geimpften Person, sie werden nicht zentral gespeichert", erklärt Noller im Gespräch mit WELT.

Die Ubirch-Idee ist relativ simpel, sie basiert auf einer dezentralen Speicherlösung, einer sogenannten Blockchain: Wird jemand in einer Arztpraxis oder einem Impfzentrum geimpft, wird vor Ort ein QR-Code generiert, ein digitales Abbild für die Daten rund um die Impfung: Enthalten sind Name, Geburtsdatum, eventuell eine Personalausweis- oder Passnummer, Art des Impfstoffs, Datum der Impfung, eine Signatur des Impfzentrums oder des Impfarztes sowie die Information darüber, ob der Patient die erste oder zweite Impfung erhalten hat. Mehrere andere Unternehmen seien daran beteiligt, darunter auch der IT-Spezialist Bechtle aus Neckarsulm und die Firmea Ubirch aus Köln, die auf Datensicherheit mithilfe der Blockchain-Technologie spezialisiert ist.

Laut der öffentlichen Ausschreibung sollen die Unternehmen eine Anwendung bereitstellen, die Impfungen per Smartphone sicher dokumentieren kann. Diese Infrastruktur wird dann von Govdigital gebaut. Helfen soll der Impfpass bei einer schnelleren Rückkehr zur Normalität.

Inwieweit der digitale Impfnachweis für Erleichterungen für geimpfte Bundesbürger etwa bei Reisen sorgen kann, ist indes offen. "Wir sind sehr dankbar, dass wir so einen echten Mehrwert zur Bekämpfung der Pandemie leisten können".

Gleichwohl gibt es einige Stimmen von IT-Fachleuten etwa vom Chaos-Computer-Club, die bezweifeln, dass die Blockchain-Technik in der Entwicklung überhaupt einen Mehrwert verspricht. Hauptkritikpunkt darin ist, dass die Schwierigkeit generell sei, digital nachzuweisen, dass eine Impfung stattgefunden hat - und die angebliche Fälschungssicherheit durch eine Blockchain gar nicht das Hauptproblem sei.

Das Bundesgesundheitsministerium will zügig einen digitalen Impfnachweis entwickeln lassen. "Ich fasse es nicht, dass dieses digitale Äquivalent zur Homöopathie immer und immer wieder von der Politik wiederbelebt wird".

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