"Zwischenfall" in iranischer Atomanlage, Nuklearchef spricht von terroristischem Akt

Luftaufnahme der iranischen Atomanlage Natans nahe Teheran

In der iranischen Atomanlage Natans ist es in der Nacht zu einem "Zwischenfall" gekommen. In der Anlage wird eine neue Generation von Zentrifugen hergestellt, mit denen der Iran den Urananreicherungsprozess - derzeit bei 20 Prozent - beschleunigen und erhöhen kann. "Aber wir werden uns an den Zionisten rächen". Wie die Nachrichtenagentur Fars am Sonntag berichtete, stimmten 190 der 235 anwesenden Mandatsträger für eine Anzeige Ruhanis.

Was genau passierte, ist bisher nicht bekannt. Die Ursache des Zwischenfalls werde untersucht. Es habe sich um eine Cyberattacke gehandelt, in die der Auslandsgeheimdienst Mossad involviert gewesen sei. Man behalte sich vor, gegen die Täter vorzugehen, sagte der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, am Sonntag dem staatlichen Fernsehen.

Auch Chatibsadeh sieht in dem Angriff ein Versuch Israels, die Wiener Atomverhandlungen zu sabotieren.

Eine Explosion soll eine iranische Atomanlage beschädigt haben. Auch das soll im Zusammenhang mit den Atomverhandlungen stehen. Ruhani steht für das Atomabkommen, das von den Hardlinern im Parlament bekämpft wird. Gespräche mit dem Erzfeind USA betrachten sie als Landesverrat. Laut dem israelischen Fernsehsender Kan steckt der Geheimdienst Mossad hinter dem Vorfall. Sarif sagte, es sei nur die Produktionslinie der älteren Zentrifugen beschädigt worden. Allerdings bezeichnete er den Iran als Unterstützer weltweiten Terrors und größte Bedrohung in der Nahost-Region. "Es ist nicht gesagt, dass der heutige Zustand auch für die Zukunft garantiert ist". Die Schäden könnten das iranische Atomprogramm um mindestens neun Monate zurückwerfen - und die Verhandlungsposition bei den Wiener Gesprächen zur Rettung des 2015 geschlossenen Atomabkommens deutlich schwächen. Das berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf zwei ranghohe US-Geheimdienstler, die die Attacke als israelische Geheimdienstoperation einstuften.

Es werde mindestens neun Monate dauern, die Schäden zu beheben. Der Vorfall ereignete sich einen Tag, nachdem der Iran zur Beschleunigung der Urananreicherung in Natans neue Zentrifugen in Betrieb genommen hatte.

Schon im letzten Sommer hatte es in Natans in einer Arbeitshalle zum Bau hochmoderner Zentrifugen eine schwere Explosion gegeben. Wie ein Verfahren gegen Rouhani aussehen könnte, blieb unklar. Die Rede war damals von einem Sabotageakt Israels, aber offiziell bestätigt wurde das nie. 2010 wurden dort sogar mehr als 1000 Zentrifugen durch Steuerungsbefehle des Schadvirus Stuxnet zerstört, der von Israel und den USA entwickelt worden sein soll. Hier gibt es über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit. Teheran habe auch "nie das Streben nach Atomwaffen "und nach Raketen zum Transport von Atomsprengköpfen aufgegeben". Auf die Vorwürfe Teherans, Israel sei für eine Explosion in der Atomanlage verantwortlich, ging Netanyahu nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Jerusalem indes nicht ein. Jänner hatte Ministerpräsident Netanjahu bekräftigt, dass Israel dem Iran die Herstellung von Atomwaffen nicht gestatten werde. Sein Energieminister Juval Steiniz erklärte im Februar, der Iran könne binnen sechs Monaten genug Uran für eine Atombombe produzieren. Der Iran ist laut Rouhani grundsätzlich bereit, seine Verpflichtungen aus dem Abkommen wieder einzuhalten, wenn US-Präsident Joe Biden das Abkommen wieder vertragsgerecht umsetze. Unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump waren die USA 2018 einseitig aus dem Abkommen ausgetreten und hatten neue Sanktionen gegen den Iran verhängt.

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