Genf: Wladimir Putin und Joe Biden vereinbaren Termin für Gipfeltreffen

Biden der im Juni nach Europa reisen wird hatte Putin im April ein Zusammentreffen in einem Drittstaat vorgeschlagen

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist so schlecht wie lange nicht.

Vor dem Hintergrund massiver Spannungen kommt US-Präsident Joe Biden im kommenden Monat erstmals seit seinem Amtsantritt zu einem Spitzentreffen mit Kremlchef Wladimir Putin zusammen. Das Gespräch sei für den 16. Juni in der Schweiz in Genf geplant, teilten die Präsidialämter in Washington und Moskau übereinstimmend mit. Erörtert werden sollten zudem internationale Fragen, darunter der Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Lösung regionaler Konflikte. Die USA wollten wieder "Vorhersagbarkeit und Stabilität" in den Beziehungen zu Russland herstellen. Eine Tagesordnung stehe aber noch nicht, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow zuvor gesagt. "Jetzt ist im Weißen Haus ein anderer Präsident, mit ihm kann man verhandeln".

Das Treffen wird demnach zum Ende der Europa-Reise des US-Präsidenten stattfinden.

Biden hatte bereits im April in einem Telefongespräch mit Putin vorgeschlagen, für Gespräche in einem Drittstaat zusammenzukommen. Der hatte seitdem offengelassen, ob er die Einladung annimmt.

Beide Seiten haben aber auch ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Nachdem es dafür zunächst auch Unterstützung des damaligen US-Präsidenten gegeben habe, sei diese Idee am Widerstand von Spitzenberatern Trumps gescheitert und Helsinki zum Austragungsort gekürt worden, schrieb Bolton in seinem 2020 veröffentlichten Enthüllungsbuch "The Room Where It Happened: A White House Memoir". Am Montag war bekannt geworden, dass Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan und der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, ein Treffen der Staatschefs vorbereitet hatten.

US-Außenminister Antony Blinken und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow waren bereits am vergangenen Mittwoch im isländischen Reykjavik zusammengekommen. Beide Seiten sprachen anschließend von einem "konstruktiven" Treffen.

In einem Interview im März bejahte Biden die Frage, ob er Putin für einen "Killer" halte - Russland zog daraufhin vorübergehend seinen Botschafter aus Washington ab.

Die USA werfen Russland Einmischungen in ihre Wahlen und einen groß angelegten Hackerangriff im vergangenen Jahr vor. Sie ließen zugleich keinen Zweifel daran, wie belastet das Verhältnis ist.

Scharfe Kritik wurde in Washington auch an Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt und am Vorgehen gegen den inhaftierten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny laut. Über den damals regierenden US-Präsidenten Trump sagte Biden: "Er ist Putins Welpe".

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