Gondel abgestürzt: 13 Tote bei Seilbahnunglück in Italien

Bild zu Neun Tote bei Seilbahnunglück in Italien

In der norditalienischen Region Piemont stürzte am Sonntag westlich des bei Touristen beliebten Lago Maggiore die Gondel einer Seilbahn ab. Es starb bis zum Abend. Unter den Toten befinden sich auch deren Urgroßeltern, die den Bomben- und Raketenhagel in der Heimat hinter sich ließen, um mit ihrer Familie ein paar unbeschwerte Tage in Italien zu verbringen.

Unter den 13 Toten sind nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes keine Deutschen.

Die Seilbahn ist in zwei Abschnitte unterteilt, der zweite beginnt auf 803 Meter Höhe, wo sich ein berühmter botanischer Garten befindet, und erreicht den Höhepunkt unmittelbar vor dem Gipfel des Mottarone, wo sich auch der Unfall ereignete. Das Unglück ereignete sich rund 300 Meter vor dem Gipfel.

Der Absturz der Kabine sei vermutlich durch einen Kabelriss im obersten Bereich der Strecke verursacht worden, berichteten Feuerwehrmannschaften, die bei der Bergung im Einsatz waren.

Eine Überlastung der Kabine scheint ausgeschlossen, da sie für etwa 40 Passagiere zugelassen ist.

Die Aufnahme der Feuerwehr zeigt eine abgestürzte Gondel, die in einem Waldstück liegt.

Alle Straßen, die zum Mottarone-Berg auf einer Höhe von circa 1.420 Meter führen, wurden geschlossen, um die Bergungsarbeiten zu erleichtern. Wenige Minuten später waren sie und ihr Mann Angelo tot: abgestürzt mit der Gondel, die vom mondänen Ferienort Stresa am Lago Maggiore auf den rund 1400 Meter hohen Monte Mottarone führt. Augenzeugen berichten, dass die mit 15 Personen besetzte Gondel fast an der Bergstation am Monte Mottarone angelangt war. Sie und ihre Freunde hätten die Seilbahn eine Stunde vor dem Unglück genommen. Ermittler der Carabinieri sagten Nachrichtenagenturen zufolge, ein Kabel hätte sich gelöst.

"Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren", teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus. Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere Mitglieder aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Gebiet.

Augenzeugen, die zum Zeitpunkt des Unglücks in der Gegend gewandert waren, wollen eine Art lautes Pfeifen oder Zischen gehört haben, zitiert ein TV-Sender die Bürgermeisterin Marcella Severino. Italien sei ein Land der Sicherheit. Italiens Verkehrsminister Enrico Giovannini kündigte die Einsetzung einer Untersuchungskommission an. Die Tragödie versetze einen in Trauer - an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte, schrieb EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni auf Twitter. EU-Parlamentspräsident David Sassoli drückte ebenfalls seine Anteilnahme aus.

Roberta P. hatte ihrer Schwester noch eine Nachricht aus der Seilbahn geschickt: "Wir fahren jetzt in der Seilbahn hinauf, es ist ein Paradies hier", tippte die 40-jährige Ärztin aus Süditalien auf WhatsApp.

13 Menschen hatten bereits am Unglücksort ihr Leben verloren, wie die Bergretter mitteilten.

Medienberichten zufolge kamen neben den fünf Israelis eine aus dem Iran stammende Forscherin und mindestens sechs Italiener ums Leben. Zwei Kinder überleben schwer verletzt.

Die Ursache für das Unglück ist weiter unklar.

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