Studie aus Großbritannien: Biontech und Astrazeneca schützen vor indischer Virus-Variante

Astrazeneca Impfstoff

Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca bieten einen recht hohen Schutz auch gegen eine Erkrankung mit der zunächst in Indien aufgetretene Virus-Variante B.1.617.2.

Die zuerst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in Dutzende Länder und auf allen Kontinenten ausgebreitet. Zum Impfstoff von Johnson & Johnson liegen hingegen bisher noch keine ausreichenden Daten vor. Aus der am Samstag veröffentlichten Untersuchung von Public Health England (PHE) geht hervor, dass das mRNA-Vakzin von Biontech zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent wirksam gegen symptomatische Erkrankungen durch die indische Variante ist, während der Impfstoff von Astrazeneca eine Wirksamkeit von 60 Prozent aufwies. Das britische wissenschaftliche Beratergremium Sage schrieb kürzlich, es sei "realistisch", dass die indische Variante bis zu 50 Prozent ansteckender sein könnte als die bereits als sehr ansteckend geltende Variante B.1.1.7.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech schützt demnach zwei Wochen nach der zweiten Dosis mit 88-prozentiger Effektivität gegen eine Erkrankung durch B.1.617.2., verglichen mit 93 Prozent bei der britischen Variante.

Die Studie erfolgte zwischen dem 4. April und dem 16. Mai und deckte alle Altersgruppen ab.

Für die Studie wurden 12.675 Virus-Proben verwendet, von denen 1054 Fälle zur indischen Variante gehörten.

In England wurden PHE zufolge zwischen dem 1. Februar und dem 18. Mai mindestens 2889 Fälle der indischen Variante verzeichnet. Davon wurden 104 Menschen im Krankenhaus behandelt, sechs Menschen starben.

Das Fazit der britischen Wissenschaftler: Nur nach der ersten Impfung habe es einen merklichen Wirksamkeits-Unterschied zwischen den Vakzinen zum Schutz vor der Corona-Variante B.1.617.2 gegeben.

Bei der Studie wurden Blutproben von Geimpften untersucht, die unter Laborbedingungen künstlich hergestellten Viruspartikeln ausgesetzt wurden. In Großbritannien sind (Stand 19. Mai) mehr als 3.400 Fälle der Variante bestätigt worden.

Aufgrund der auch in Großbritannien starken Ausbreitung der indischen Variante gelten seit Mitternacht in Deutschland starke Einschränkungen bei Einreisen aus dem Vereinigten Königreich, das nun als Virusvariantengebiet gilt. Im Vergleich dazu liege die Wirksamkeit gegen die britische Corona-Variante zu diesem Zeitpunkt bei jeweils rund 50 Prozent.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock begrüßte die Studienergebnisse, die er als "bahnbrechend" bezeichnete.

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