Belarus: Wer ist der entführte Blogger Roman Protassewitsch?

Roman Protasewitsch

Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow war sie in Begleitung des festgenommenen Bloggers Roman Protassewitsch. Dessen Inhaftierung solle der Opposition zeigen, wozu die Machthaber in der Lage sind: "Das ist totaler Irrsinn, was hier passiert". Die ist nun in die Offensive gegangen. Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation soll eine Untersuchung einleiten.

Nach Angaben der belarussischen Regierung stecke die radikalislamische Hamas hinter der E-Mail, die die Bombendrohung beinhaltet.

Die Hamas bestreitet dies, der Westen hält die Begründung der Führung in Minsk für vorgeschoben.

Merkel kritisierte das "beispiellose Vorgehen der belarussischen Autoritäten" und sprach von einer erzwungenen Landung. EU-Fluggesellschaften werden aufgefordert, den weißrussischen Luftraum nicht mehr zu durchfliegen. Die Airline streicht von Mittwoch an alle Verbindungen von Frankfurt nach Minsk. Alle anderen Erläuterungen für diese Landung des Ryanair-Flugzeuges seien "vollkommen unglaubwürdig", so die Bundeskanzlerin.

Die Ukraine beschloss indes, das Nachbarland vorübergehend nicht mehr anzufliegen. Der Kanal "Nexta" hat zurzeit etwa eine Million Abonnenten und gilt als eine der wichtigsten Informationsquellen für die Opposition über die Proteste in Belarus, die nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August 2020 begonnen hatten.

Die EU-Staaten verhängen nach der erzwungenen Landung einer Passagiermaschine in Minsk neue Sanktionen gegen Belarus.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten zuvor beschlossen, dass belarussische Fluggesellschaften künftig nicht mehr den Luftraum der EU nutzen dürfen. Hinzu kommen weitere Sanktionen.

Belarus hatte am Sonntag eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Protassewitsch und seine Partnerin Sofia Sapega müssten sofort freigelassen werden.

Das Innenministerium hatte in der Nacht die Festnahme bestätigt, aber zunächst keine Gründe genannt.

Ein Mitstreiter des verhafteten Protassewitsch teilte mit, dass er seit der Festnahme Morddrohungen erhalte. "Sie schreiben mir, dass wir als nächstes an der Reihe sind, dass man uns nicht nach Belarus entführen, sondern in Warschau erschießen wird", sagte der Blogger Stepan Putilo der polnischen Zeitung "Rzeczpospolita". Es wurde in einem regierungsnahen Nachrichtenkanal bei Telegram verbreitet.

Der außenpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Jürgen Hardt (CDU), verlangte harte Sanktionen gegen das belarussische Regime.

US-Präsident Joe Biden erklärte, er habe sein Team angewiesen, "angemessene Optionen" zu entwickeln, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Russland reagierte hingegen enttäuscht auf die EU-Beschlüsse. Botschafter Alexander Michnewitsch sei am Montag übermittelt worden, dass die EU-Institutionen und die EU-Staaten das Handeln der belarussischen Behörden scharf verurteilten, teilte der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) mit.

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